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Senkt Sonnenbaden das Risiko für Multiple Sklerose?
Senkt Sonnenbaden das Risiko für Multiple Sklerose?
15.09.2007
MS ist eine Erkrankung des zentralen Nervensystems, die nach derzeitigem Wissensstand sowohl von Erbfaktoren als auch durch die Umwelt beeinflusst wird. In Deutschland geht man von rund 100.000 Patienten aus. Eine Forschergruppe um Talat Islam und Thomas Mack von der University of Southern California befragte 79 eineiige Zwillingspaare , von denen jeweils nur ein Geschwisterteil unter MS litt, nach deren Kindheitserinnerungen.Da eineiige Zwillinge über dasselbe Erbgut verfügen, ist ihr angeborenes MS-Risiko gleich hoch. Sie sollten angeben, wer von beiden sich häufiger draußen aufgehalten hat - sei es beim Spielen, am Strand, beim Sonnenbaden oder beim Sport.  
Häufiges Sonnenbaden in der Kindheit kann das Risiko mindern, später an Multipler Sklerose (MS) zu erkranken. Das schließen die amerikanische Forscher aus dieser Studie.  
"Sich ultravioletten Strahlen auszusetzen, könnte einen Schutzmechanismus vor MS in Gang setzen", schreiben Islam und Mack," entweder direkt durch Veränderung der zellulären Immunantwort, oder indirekt durch die Produktion von immunaktivem Vitamin D in der Haut. Ihre Ergebnisse präsentieren die Forscher in der Fachzeitschrift «Neurology»  
Den Erinnerungen zufolge hatten sich die MS-Patienten als Kinder seltener der Sonne ausgesetzt als ihre gesunden Geschwister.  
Ein häufiger Aufenthalt im Freien konnte das Risiko für MS je nach Art der Beschäftigung um 25 bis 57 Prozent verringern. Für das Sonnenbaden zum Beispiel errechneten die Wissenschaftler ein fast 50 Prozent niedrigeres Risiko. Allerdings konnten sie den Zusammenhang zwischen Sonnenlicht und MS nur bei den weiblichen Zwillingspaaren feststellen. Thomas Mack, einer der Studienautoren, führt dies darauf zurück, dass nur wenige Männer an der Untersuchung teilgenommen haben.  
Da MS mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Autoimmunerkrankung ist, vermuten die Forscher einen Zusammenhang zwischen der Sonneneinstrahlung und dem körpereigenen Abwehrsystem. Dabei könnte das UV-Licht entweder direkt auf Immunzellen des Körpers wirken oder indirekt über Vitamin D. Das Vitamin entsteht durch Sonneneinstrahlung in der Haut und kann die Aktivität des Immunsystems beeinflussen. Studien haben gezeigt, dass Patienten mit Autoimmunerkrankungen häufig schlechter mit Vitamin D versorgt sind. Darüber hinaus tritt MS weltweit betrachtet in Äquatornähe seltener auf als in nördlichen und südlichen Breiten.  
Talat Islam, MBBS, PhD, W. James Gauderman, PhD, Wendy Cozen, DO, MPH and Thomas M. Mack, MD, MPH
childhood sun exposure influences risk of multiple sclerosis in monozygotic twins
NEUROLOGY 2007;69:381-388
http://www.neurology.org/cgi/content/abstract/69/4/381




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