Trotz intensiver Forschung ist nach wie vor wenig darüber bekannt, warum das Immunsystem bei Autoimmunerkrankungen Abwehrmechanismen gegen seine eigenen Zellen entwickelt. Wissenschaftler des Institut Pasteur in Paris, Frankreich, berichten nun, dass sie ein weiteres Puzzleteil entdeckt haben, das helfen soll herauszufinden, was die mit der Multiplen Sklerose verbundene Entzündung verursacht.

Die Forscher konnten zeigen, dass menschliche endogene Retroviren (HERVs) - auch bekannt als antike Viren oder fossile Viren - an der Abwehrreaktion des zentralen Nervensystems bei Multipler Sklerose beteiligt sind.

Die Erbinformation dieser Viren hat sich über die Zeit in unsere DNA integriert und während sie meist in passivem Zustand verweilt, berichten die Wissenschaftler, dass die Sequenzen dieser Viren bei MS-Patienten teilweise aktiv sind. Damit verbunden sei die Aktivierung mehrerer proinflammatorischer Gene, die möglicherweise zu einer übersteigerten Entzündungsreaktion führen.

Lange wurde vermutet, dass die MS mit einer viralen Infektion zusammenhängt.

"Unsere Studie zeigt, dass die Reaktivierung alter Viren keiner direkten Infektion entspricht, sondern einer Abwehrreaktion des Körpers bei einer akuten Entzündung", erklärt Christian Muchardt, Leiter der Arbeitsgruppe für Epigenetische Regulation am Institut Pasteur.

Die Entdeckung dieses Mechanismus könnte neue Möglichkeiten für zukünftige pharmakologische Behandlungsmethoden eröffnen.

Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2019/05/190510091354.htm

 

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