Eine kürzlich in Nature Communications veröffentlichte Studie wirft neues Licht auf zugrundeliegende Mechanismen der Autoimmunität. Unter der Leitung von Forschern der Universität Osaka konnte gezeigt werden, dass das auf Erbgut-Ebene regulatorisch aktive Protein „Satb1“ eine Fehlsteuerung in bestimmten Immunzellen, so genannten Interleukin 17-produzierenden T-Helfer (Th17)-Zellen, auslöst, was daraufhin Gewebeentzündungen und autoimmune Reaktionen hervorruft. Dieser Durchbruch könnte zu neuen Behandlungen z.B. bei der multiplen Sklerose (MS) führen, in der Th17-Zellen federführend am Krankheitsprozess beteiligt sind.
Mit Hilfe eines Mausmodells der MS entfernten die Forscher das Satb1-Gen in Th17-Zellen und fanden heraus, dass sich die Krankheit bei den mutierten Mäusen nicht mehr entwickelte. Der Schlüssel zu diesem Mechanismus lag in der mangelhaften Expression eines Proteins namens Granulozyten-Makrophagen-Kolonie-stimulierender Faktor (GM-CSF) in den Satb1-defekten Immunzellen. GM-CSF ist ein krankheitsfördernder Zellbotenstoff, der bei MS und anderen Autoimmunerkrankungen eine lokale Gewebeentzündung bewirkt.
Neben seinen entzündungsfördernden Eigenschaften scheint Satb1 auch die Expression eines bestimmten Proteins (PD-1) zu blockieren, das daran beteiligt ist, eine überschießende Aktivität von T-Zellen zu unterdrücken – eine eigentlich wichtige Funktion in der Prävention von Autoimmunität.
Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe geben Hoffnung, dass die Manipulation der Satb1-Genexpression in Th17-Zellen die Grundlage für neue Behandlungen bei Autoimmunerkrankungen bilden könnte.
 
Quelle: https://resou.osaka-u.ac.jp/en/research/2019/20190207_1

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