Forscher des Beth Israel Deaconess Medical Center (BIDMC), ein Lehrkrankenhaus der Harvard Medical School, haben in zwei Dritteln von postmortal untersuchten Gehirnen von Betroffenen der Autismus-Spektrum-Störung Merkmale entdeckt, die auf eine Immunantwort gegen Gehirnzellen hinweisen. Die Entdeckung könnte neue Erkenntnisse über die Ursachen von Autismus liefern und möglicherweise zu verbesserten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten führen. Die Ergebnisse der Studie wurden kürzlich in der Zeitschrift Annals of Neurology veröffentlicht. 

Die Wissenschaftler berichten über den Nachweis von Immunzellen, die Blutgefäße im Gehirn umgeben – sogenannte perivaskuläre Lymphozytenmanschetten. Zudem entdeckten sie in den Biopsien blasenartige Ansammlungen, sogenannte „Blebs“, die sich teilweise aus Überbleibseln von Astrozyten, Stützzellen des Gehirns, zusammensetzten.  

Perivaskuläre Lymphozytenmanschetten waren bisher nicht mit Autismus in Verbindung gebracht worden, sind aber ein bekanntes Merkmal bei chronischen Hirnentzündungen. Die von den Forschern nachgewiesenen Lymphozytenmanschetten unterschieden sich jedoch von bisher bekannten und wiesen einen hohen Anteil an zytotoxischen T-Zellen auf – eine Untergruppe von Immunzellen, die geschädigte, infizierte oder krebsartige Zellen töten oder sich – bei Autoimmunerkrankungen – fälschlicherweise gegen gesundes körpereigenes Gewebe richten. Die Forscher sehen somit Hinweise darauf, dass es sich bei Autismus-Störungen teilweise um autoimmune Erkrankungen handeln könnte. Ein kausaler Zusammenhang ist jedoch nicht nachgewiesen.

Quelle: www.newshub.co.nz

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