Durch die Analyse und Kartierung von mehr als 100.000 Immunzellen bei Patienten mit Morbus Crohn (MC) haben Forscher des Mount Sinai Krankenhauses in New York eine bestimmte Signatur von Zellen entdeckt, die bei therapieresistenten Krankheitsformen vorkommt. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden im August im Fachmagazin Cell veröffentlicht. Die Entdeckung könnte den Weg dafür bereiten, Biomarker zu identifizieren, um bestimmten Patienten unnötige und nicht-wirksame Therapien zu ersparen.

In der Studie wurden Biopsien von entzündetem und nicht-entzündeten MC-Läsionen am Dünndarmgewebe entnommen und in Echtzeit mittels Einzelzell-RNA-Sequenzierung und der CyTOF-Technologie untersucht. So war es möglich, Immunzellen und zirkulierende Blutzellen zu identifizieren bzw. deren Interaktionen in und um die Läsionen zu betrachten und entsprechend zu kartieren.

Durch die Analyse wurde eine Signatur bisher unbekannter Immunzelltypen entdeckt, die mit der Therapieresistenz gegen eine der Standardbehandlungen des Morbus Crohn korreliert, nämlich der Therapie mit Tumornekrosefaktor (TNF)-Hemmern. Diese Medikamente sind die Basistherapie bei mittelschweren bis schweren Verläufe des MC. Dennoch kommt es bei etwa 40% der Patienten zu keiner Wirkung, oder aber zu einer progredienten Verschlechterung der Erkrankung.

Eine Signatur zur Identifizierung von MC-Patienten, bei denen diese Inhibitoren wirkungslos sind, könnte zukünftig hilfreich sein, um Operationen und Komplikationen zu vermeiden. Basierend auf den Ergebnissen dieser Studie haben die Forscher bereits eine klinische Studie entwickelt, die testen soll, ob es möglich ist, die Signatur im Rahmen der MC-Diagnosestellung in einem Bluttest zu ermitteln. Wenn ja, könnten Ärzte die Verwendung eines TNF-Hemmers künftig vermeiden und stattdessen andere Biologika verwenden, die für entsprechende Patienten besser geeignet sind.

Quelle: https://www.sciencedaily.com/releases/2019/08/190829150822.htm

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