Wissenschaftler der Higher School of Economics (HSE), des Institute of Bioorganic Chemistry of the Russian Academy of Sciences (IBCh RAS) und des Memorial Sloan Kettering Cancer Center haben ein genetisches Modell entwickelt, das hilft zu verstehen, wie der Körper Autoimmunkrankheiten und Krebserkrankungen durch das Immunsystem moduliert.
Ihre Ergebnisse wurden kürzlich in Nature Immunology veröffentlicht. Die Wissenschaftler untersuchten die Eigenschaften des Foxp3-Proteins, von dem bereits bekannt ist, dass es für die Entwicklung und das reibungslose Funktionieren von regulatorischen T-Zellen (Treg) verantwortlich ist. Zahlreiche Autoimmunerkrankungen werden mit abnormaler Foxp3-Synthese und unphysiologischen Treg-Zellmengen in Verbindung gebracht.

Das Foxp3-Protein arbeitet nicht allein, sondern als Teil eines Proteinkomplexes, der auf Erbgut-Ebene an der Regulation von Genen beteiligt ist und so eine physiologische Treg-Funktion entscheidend mitverantwortet. Dieser Komplex beinhaltet ebenso Foxp1, das in der Vergangenheit weitaus weniger untersucht wurde.
Die Autoren der Studie haben unter der Leitung von Aleksander Rudensky ein genetisches Modell erstellt, um genau zu erklären, wie das Foxp1-Protein Foxp3 beeinflusst. Sie begannen damit, einen Teil des Foxp1-Gens in Treg von Labormäusen zu entfernen. Ein Vergleich der "normalen" Zellen mit den Zellen, in denen Foxp1 entfernt wurde, ergab, dass Foxp3 in Abwesenheit von Foxp1 eine viel schlechtere Bindungsfähigkeit an DNA aufwies.

Somit scheint Foxp1 ein wichtiger Bestandteil in der Organisation des Proteinkomplexes zu sein. Laut den Forschern liegt im genauen Verständnis der beschriebenen Mechanismen der Schlüssel zur Entwicklung von Medikamenten, die Treg-Zellen selektiv beeinflussen können. „Die Ergebnisse erweitern unser Wissen über die molekularen Mechanismen der immunologischen Toleranz, die zur Behandlung von Krebs und Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden können, erheblich", stellt Yury Rubtsov, Mitautor der Studie, außerordentlicher Professor der HSE-Fakultät für Biologie und Biotechnologie und leitender Forscher am IBCh RAS Laboratory of Molecular Oncology fest. „Krebsartige Tumoren ködern Treg-Zellen, um sich gegen das Immunsystem des Körpers zu verteidigen. Je mehr Treg-Zellen im Tumor vorhanden sind, desto schlechter ist die Prognose des Patienten. Wenn wir also die Menge und Aktivität der Treg-Zellen kontrollieren könnten, indem wir sie z.B. in einem Tumor verringern oder im Gegenteil bei einer Autoimmunerkrankung erhöhen, könnten wir sichere Medikamente zur Behandlung bisher unheilbarer Krankheiten schaffen".

Quelle: https://iq.hse.ru/en/news/245874843.html

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