Rheumatisches Fieber

Das rheumatische Fieber ist eine entzündliche Systemerkrankung, die nach einer Infektion mit Streptokokken auftritt. Sie kann sich an Herz, Gelenken, Nervensystem, Haut und dem subkutanen Gewebe (Unterhaut) manifestieren.

Die Erkrankung tritt in drei typischen Bildern auf:

  • rheumatische Karditis
  • akute Polyarthritis
  • Chorea minor

Das rheumatische Fieber wird durch eine Infektion des Nasen-Rachen-Raums durch A-Streptokokken verursacht. Die Ursache hierfür leigt darin, dass eine Kreuzreaktivität zwischen einem Oberflächenmoleküls der Bakterien (M-Protein) und zellulären Bestandteilen der Muskelzellen (Tropomyosin und Myosin) besteht.

Häufigkeit

Durch den Einsatz von Penicillin ist die Erkrankung in den Industrieländern heute relativ selten geworden. Heute schätzt man die Häufigkeit auf etwa 2 Fälle pro 100.000 Einwohner.

Das initiale Krankheitsgeschehen tritt meist im Alter von 6 bis 15 Jahren auf.

 

Symptome

Allgemeinerscheinungen wie Fieber (diagnostisch wichtiges Kriterium), Kopfschmerzen und Schwitzen.

"wandernde" Polyarthritis: Sie bevorzugt die großen Gelenke und springt von Gelenk zu Gelenk.
Karditis: Sie betrifft das ganze Herz (Pankarditis) und stellt die klinisch bedeutsamste Teilmanifestation dar, da sie die Grundlage für spätere Herzklappenfehler bildet.
Chorea minor (Sydenham): sie kann zum Teil noch Monate nach der Primärinfektion auftreten und äussert sich durch unkontrollierte Bewegungen der Hände.

 

Diagnose
Anamnese der vorhergegangenen Infektes
Labor: unspezifische Entzündungszeichen (BSG & CRP erhöht), Antikörpernachweis gegen die A-Streptokokken

Jones Kriterien:

Hauptkriterien:

  • Karditis
  • wandernde Polyarthritis
  • Chorea minor
  • subkutane Knötchen (in etwa 30% d.F.)
  • Erythema anulare rheumaticum (in etwa 10% d.F.)

Nebenkriterien

  • Fieber
  • Arthralgie (Gelenkschmerzen)
  • BSG und/oder CRP erhöht
  • verlängerte PQ- oder PR-Zeit im EKG

Die Diagnose kann gestellt werden, wenn ein vorangegangener Streptokokkeninfekt nachgewiesen wurde und zwei Hauptkriterien oder ein Haupt- und zwei Nebenkriterien vorliegen.

 

Komplikationen
Schädigung der Herzklappen durch die Myokarditis

 

Therapie
Therapie des Streptokokkeninfektes mit Penicillin

Behandlung der Entzündungen mit Azetylsalizylsäure und Kortikosteroiden

Tonsillektomie (Entfernung der Mandeln) im symptomfreien Intervall
Rezidivprophylaxe mit Penicillin über mindesteens zehn Jahre

Ja, ich möchte gerne Mitglied werden.

Bitte klicken Sie hier!

zurück zum Seitenanfang


Weitere Informationen zu Autoimmun-Erkrankungen:
Link zur Information

Ursachen von Autoimmun-Erkrankungen

Link zur Information betr. Organ-/Körpersysteme
Link zur Information Behandlung
Link zur Information Autoimmun-Erkrankungen von A-Z

zurück zum Seitenanfang

 

© 2005 Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V. [ Copyright im Impressum ]
Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis [ Haftungshinweis im Impressum ]
Weitere Autoimmun-Erkrankungen
Alopecia areata (Kreisrunder Harrausfall)
Anämie, autoimmun-hämolytische (AIHA) vom Kältetyp (Kälteagglutininkrankheit)
Anämie, perniziöse (Morbus Biermer, Addison-Anämie)
Antiphospholipid-Syndrom (APS, Hughes-Syndrom)
Arteriitis temporalis (Riesenzellarteriitis)
Atherosklerose (Arteriosklerose, Arterienverkalkung)
Autoimmuninsuffizienz, polyendokrine (Polyglanduläres Autoimmun-Syndrom; Schmidt-Carpenter-Syndrom)
Churg-Strauss-Syndrom
Colitis ulcerosa
CREST-Syndrom
Chronisch-inflammatorische, demyelinisierende Polyneuropathie (CIDP)
Dermatomyositis
Fibromyalgie
Gastritis, chronische autoimmune
Goodpasture-Syndrom
Guillain-Barré-Syndrom
Hashimoto-Thyreoiditis (autoimmune Entzündung der Schilddrüse)
Hepatitis (autoimmune)
Infertilität, autoimmune
Kälteagglutininkrankheit (siehe auch: Anämie, autoimmun-hämolytische vom Kältetyp)
Kryoglobulinämie, essentielle
Lambert-Eaton-Syndrom
Lichen sclerosus (LS)
Lyme-Arthritis (Borrelien-Arthritis, Lyme-Krankheit)
Morbus Addison
Morbus Basedow
Morbus Bechterew (ankylosierende Spondylitis)
Morbus Behçet
Morbus Crohn
Morbus Reiter (siehe auch: Reiter Syndrom)
Morbus Wegener (Wegenersche Granulomatose)
Morbus Werlhof
Multiple Sklerose (MS, Encephalomyelitis disseminata, Charcot-Krankheit)
Myasthenia gravis
Pemphigus vulgaris (Blasensucht)
Perniziöse Anämie (Morbus Biermer; Addison-Anämie; siehe auch: Anämie, perniziöse)
Polymyalgia rheumatica
Polymyositis
Polyneuropathie, chronisch-inflammatorisch demyelinisierende (siehe auch: chronisch-inflammatorisch demyelinisierende Polyneuropathie, CIDP)
Psoriasis (Schuppenflechte)
Reiter-Syndrom
Rheumatoide Arthritis (chronische Polyarthritis)
Rheumatisches Fieber
Riesenzellarteriitis (siehe auch: Arteriitis temporalis)
Sarkoidose (Morbus Besnier-Boeck-Schaumann)
Sharp-Syndrom (Mixed connective tissue disease, Mischkollagenose)
Sjögren-Syndrom
Sklerodermie
Sprue (Zöliakie), glutensensitive einheimische
Stiff-man-Syndrom
Still-Syndrom
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Takayasu Arteriitis
Typ-I-Diabetes mellitus (jugendlicher Diabetes)
Vitiligo (Leucopathia acquisita)