Polymyositis

Die Polymyositis ist eine Entzündung der Muskulatur, von der besonders symmetrisch die stammnahen Extremitätenmuskeeln im Becken- und Schulterberich betroffen sind.

Es handelt sich mit recht großer Wahrscheinlichkeit um eine Autoimmun-Erkrankung, die genauen Entstehungsmechanismen sind jedoch noch ungeklärt.

Treten zusätzlich fliederfarbene Hautveränderungen, besonders im Gesichts- und Dekolleté-Bereich auf, so bezeichnet man das Krankheitsbild als Dermatomyositis.

Nach Messner werden fünf Haupttypen unterschieden:

  1. idiopathische Polymyositis (30%)
  2. idiopathische Dermatomyositis (25%)
  3. Polymyositis/Dermatomyositis bei malignen Tumoren (10%)
  4. Polymyositis/Dermatomyositis mit zusätzlicher Vaskulitis im Kindesalter (5%)
  5. Polymyositis/Dermatomyositis als Begleiterkrankungen bei anderen

Autoimmun-Erkrankungen wie dem systemischen Lupus Erythematodes (30%)

Häufigkeit
Es handlet sich um eine seltene Erkrankung, die Frauen etwa doppelt so häufig betrifft wie Männer.

Symptome

Muskelschwäche im Schulter-/Beckengürtel

muskelkaterartige Schmerzen bei etwa 60% der Betroffenen
Schwierigkeiten, die Arme über die Horizontale zu heben.
Beteiligung von Oesophagus (-> Schluckstörungen) und Herz (-> Tachykardie, EKG-Veränderungen) in etwa 30%

Diagnose
Erhöhung der muskelspezifischen CK im Blut
im Stimulations-EMG (Elektromyogramm) finden sich charakteristische Veränderungen.
Nachweis von Antikörpern gegen die Histidyl-tRNA-Synthetase (gelingt jedoch nur bei 30% der Patienten)
Typisches Bild in der Muskelbiopsie mit einem Nebeneinander von Degeneration und Regeneration.

Therapie
Bei der tumorassoziierten Form kann die Entfernung des Tumors zu einer Besserung führen.
Medikamentöse Therapie mit Steroiden und eventuell Immunsuppressiva wie Methotrexat oder Azathioprin)
Wenn sich durch herkömmliche Behandlungsstrategien keine Besserung einstellt, so kann ein Therapieversuch mit Immunglobulinen unternommen werden.

Prognose:
Nach fünf Jahren Therapie findet man 50% Vollremission, 30% Teilremission und 20% Progression der Erkrankung

Weitere Informationen finden Sie unter (externe Links):
Rheuma-online.de
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (Startseite)
Deutsche Gesellschaft für Muskelkranke e.V. (Informationsblatt PDF)

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