Polymyalgia rheumatica
Es handelt sich um eine entzündliche Erkrankung, die mit ausgeprägten symmetrischen Schmerzen um Schulter- und/oder Beckengürtel einhergeht.
Die Ursache für die Polymyalgia rheumatica ist unbekannt. Bis heute war es nicht möglich, den genauen Ort des zugrunde liegenden pathologischen Prozesses zu identifizieren. Vermutlich liegt dem Geschehen eine Entzündung von Blutgefäßen zugrunde (Vaskulitis), da die Erkrankung mit der Riesenzellarteriitis assoziiert ist.
Für eine Autoimmun-Erkrankung sprechen unter anderem, dass exogene Faktoren (gehäuft in nördlichen Regionen, häufig mit Infektionen assoziiert) und eine genetische Prädisposition eine Rolle zu spielen scheinen.
Häufigkeit
Die Erkrankung betrifft etwa 0,01 bis 0,03% aller über 50jährigen, wobei das mittlere Erkrankungsalter um das 70. Lebensjahr liegt.
Symptome
- plötzlicher Krankheitsbeginn innerhalbe von zwei Wochen.
- heftige symmetrische Schmerzen im Schulter- und Beckengürtel, die morgens besonders stark ausgeprägt sind.
Diagnose
Diagnosekriterien nach Bird (mindestens drei sollten erfüllt sein):
- bds. Schulterschmerzen oder bds. Schultersteife
- zwischen dem Auftreten der Erstsymptome und dem Eintritt des Vollbildes liegen maximal zwei Wochen
- BSG über 40mm/Std
- Morgensteifigkeit über 1 Std.
- Alter über 65 Jahre
- Depression und/oder Gewichtsverlust
- bds. Oberarmdruckschmerz
- erhöhte Entzündungszeichen (BSG, CRP, etc.) im Blutbild
Therapie
- Goldstandard in der Therapie der Polymyalgia rheumatica stellen die Glukokortikoide dar. Im überwiegenden Anteil der Fälle wird bei richtiger Dosierung eine prompte Besserung der Symptome erreicht.
- Treten Begleiterscheinungen unter der Therapie mit Glukokortikoiden auf, so können zusätzlich noch Immunsuppressiva zur Anwendung kommen.
Prognose:
Wenn die Therapie konsequent durchgehalten wird, so heilt die Krankheit meist innerhalb weniger Jahre komplikationslos ab.
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