Erkrankungen

Autoimmun-Erkrankungen sind alle Krankheiten, die dadurch gekennzeichnet sind, dass das eigene Immunsystem eine spezifische adaptive Immunantwort gegen körpereigene Antigene (Moleküle, die auf Antikörper reageren und Antikörper generieren) ausgelöst hat. Normalerweise ist das Ergebnis einer adaptiven Immunreaktion gegen ein Fremdantigen die Beseitigung des Antigens aus dem Körper durch Komponenten des Immunsystems. Virusinfizierte Zellen werden zum Beispiel durch T-Zellen zerstört, während gelöste Antigene von Makrophagen gefressen werden. Wenn sich dagegen eine langanhaltende Immunantwort gegen Autoantigene entwickelt, weil die Waffen des Immunsystems das Antigen nicht beseitigen können, entstehen chronisch endzündliche Gewebeschädigungen.

Die Mechanismen, die bei Autoimmun-Krankheiten Gewebeschäden am eigenen Körper hervorrufen sind im wesentlichen die gleichen wie bei der schützenden Immunität. Man weiß nicht exakt, was Autoimmunität auslöst. Es gibt aber aus der Erforschung an eineiigen und zweieiigen Zwillingen den Nachweis, dass es Gene für eine Präposition für Autoimmunerkrankungen gibt. Weiterhin läßt sich nachweisen, dass Autoimmun-Krankheiten vermehrt als Folge von schweren Infektionen auftreten.

Die Reaktion des Immunsystems auf nichtinfektiöse Antigene verursacht drei Arten von medizinischen Problemen: Allergie, Autoimmunität und Transplantatabstoßung. Diese Immunantworten haben viele gemeinsame Eigenschaften, denn allen liegen die normalen Mechanismen der adaptiven Immunität zugrunde. Bei jeder dieser unerwünschten Immunantworten stellt sich der Forschung die Frage, wie sie kontrolliert werden können, ohne die vor Infektionen schützende Immunität selbst zu beeinträchtigen.