Neutrophile Granulotzyten reagieren als Teil des angeborenen Immunsystems u.a. mit Netzwerken aus extrazellulären Fasern (sog. NETs) gegen körperfremde Erreger. Wenn dieser Prozess nicht richtig reguliert wird, können NETs die Entstehung von Blutgerinnseln begünstigen und so einen maßgeblichen Einfluss auf diverse Krankheitsgeschehen nehmen.

Kürzlich berichteten Wissenschaftler, dass das Medikament Defibrotid erfolgreich die Formation von NETs verhindert. Defibrotid setzt sich aus einigen wenigen Erbsubstanz-Bausteinen zusammen und wird aufwendig aus Schweinedärmen extrahiert. Der Wirkstoff ist momentan zur Behandlung der veno-okklusiven Leberkrankheit zugelassen, welche meistens nach einer Stammzelltransplantation auftritt.

Von den NETs ist beispielsweise bekannt, dass sie die Gerinnselbildung der Autoimmunerkrankung Antiphospholipid-Syndrom (APS) substanziell fördern. Amerikanische Rheumatologen haben deswegen die Interaktion des Defibrotid mit dem Immunsystem untersucht und konnten zeigen, dass das Medikament nicht nur die Freisetzung der NETs aus den Neutrophilen reduzierte, sondern auch zu weniger Thrombosen bei Mäusen mit APS führte. Eine weitere Studie legte dar, dass Defibrotid auch in der Lage war, bereits geformte NETs zu neutralisieren. Dies geschah über die Bindung an Histone, die als besonders toxische Bestandteile gelten und bereits mehrfach mit einer gesteigerten Gerinnselbildung (Hyperkoagulabilität) in Verbindung gebracht wurden.

Hohe NET-Level werden auch bei anderen Autoimmunerkrankungen beobachtet und treten auch bei Patienten mit schweren COVID-19 Verläufen auf. Weitere, auch klinische Studien werden vonnöten sein, um das volle Potential dieses Medikamentes künftig zu beurteilen.

Quelle: https://www.newswise.com/articles/drug-made-from-pig-intestine-helps-escape-the-trap-of-clot-causing-immune-response

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