„Doppelter Händedruck“ führt zum Selbstmord von autoreaktiven Vorläufer T-Zellen

Ähnlich wie Blutzellen werden menschliche Thymozyten (Vorläufer der T-Zellen) im Knochenmark geboren, gelangen aber im Anschluss zum Thymus, einem kleinen Organ hinter dem Brustbein, wo sie eine Reihe von Auswahltests durchlaufen.

Einer dieser Tests prüft die so genannten T-Zell-Rezeptoren (TCR), die sich auf der Membran der Thymozyten befinden, um sicherzustellen, dass diese richtig gebildet sind und um zu testen, ob körpereigene Zellmerkmale (Autoantigene) vom Rezeptor erkannt werden. Eine weitere „Negativselektion“ gewährleistet im Anschluss, dass der Rezeptor nicht zu aggressiv auf körpereigene Antigene reagiert. Thymozyten, die diese Tests bestehen, reifen zu T-Zellen und haben im Anschluss Rezeptoren, die körpereigene Merkmale tolerieren, aber auf feindliche Antigene reagieren.

Forscher des Georgia Institute of Technology um Arbeitsgruppenleiter Cheng Zhu konnten innerhalb dieser Auswahltests einen neuen Mechanismus aufdecken und zeigen, dass ein „doppelter Händedruck“ zum Tod von autoaggressiven Zellen führt.

Wenn ein TCR zu stark auf ein körpereigenes Antigen reagiert, ergänzt eine „zweite Hand“ aus dem Inneren des Thymozyten die bestehende Bindung. Dieser zusätzliche Hebel wird durch ein CD-8 Molekül herbeigeführt, das mit Schlüsselmechanismen innerhalb der Immunzelle verknüpft ist und als Teil der TCR-Bindungsstelle betrachtet wird.

Etwa zwei Wochen lang sind im Thymus mehrere T-Zell-Rezeptorstellen durch ein- oder zweihändigen Händedruck mit Thymozyten in Kontakt. Ein doppelter Händedruck begünstigt hierbei eine verlängerte Kontaktzeit zwischen TCR und Antigen, was zur Aufrechterhaltung einer Signalrückkopplungsschleife und schließlich zum Suizid von autoaggressiven Zellen führt.

Ein erweitertes Verständnis dieser Selektionsmechanismen könnte die Entwicklung zukünftiger immunregulierender Therapien verbessern.

Quellen: Nature Immunology, EurekAlert!

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