Nanopartikel im Einsatz gegen Rheuma

Die rheumatoide Arthritis ist eine Autoimmunerkrankung, die mit entzündlicher Gelenkschwellung und der zunehmenden Zerstörung des inhärenten Knorpels einhergeht. Der Prozess ist dabei durch die Freisetzung verschiedenster entzündungsfördernder Zellbotenstoffe gekennzeichnet, sogenannter Zytokine, die im Anschluss einen krankheitsbestimmenden „Teufelskreis“ in Gang setzen: Das vermehrte Vorhandensein der Proteine führt zu einer Einwanderung von Neutrophilen, Abwehrzellen des angeborenen Immunsystems, in den Gelenkspalt. Die aktivierten Neutrophile setzen im Anschluss weitere Zytokine frei, die noch mehr Neutrophile in die Gelenke locken und somit den Krankheitsprozess und eine entsprechende Symptomatik verstärken.

Aktuelle monoklonale Antikörperbehandlungen gegen Rheuma wirken durch Neutralisierung einzelner Zytokine. Diese therapeutische Maßnahme ist in ihrer Anwendung jedoch limitiert, da verschiedenste Arten der Zellbotenstoffe am Fortschreiten der Erkrankung beteiligt sind.

Wie kürzlich in der Zeitschrift Nature Nanotechnology berichtet wurde, haben Qiangzhe Zhang und sein Team von der University of California San Diego nun neuartige Nano-Schwämme eingesetzt, um die beschriebene Entzündungskaskade zu unterbrechen. Hierzu versahen sie kleinste künstlich hergestellte Teilchen, sogenannte Nanopartikel, mit den Oberflächen der Neutrophilen, an denen sich zahlreiche Zytokin-Rezeptoren befinden. Somit wurde mit jedem Nanopartikel eine Art Nano-Schwamm erzeugt, der in der Lage war, große Mengen der entzündungsfördernden Proteine zu binden. Durch die Injektion der Nanopartikel in die entzündeten Gelenke von Mäusen mit schwerer rheumatoider Arthritis wurden Schwellungen und Knorpelschäden reduziert, wobei sich der Ansatz genau so effektiv erwies wie eine Behandlung mit monoklonalen Antikörpern. Ebenfalls konnte eine präventive Wirkung dieser Vorgehensweise gezeigt werden, nachdem man den Mäusen die Partikel bereits vor Auslösung der Krankheit applizierte.  

Obwohl der Ansatz lediglich einer ausreichenden Symptomkontrolle dienen kann und nicht grundsätzlich die Ursache der Erkrankung bekämpft, hoffen Zhang und sein Team, dass ihre Entdeckung in weiteren klinischen Studien untersucht werden wird.  

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