Forscher entschlüsseln weitere Details in der Entstehung des Typ-I-Diabetes

Diabetes des Typ-I entsteht durch eine autoreaktive Fehlsteuerung von T-Zellen, die sich gegen Insulin-produzierende β-Zellen des Pankreas richten und diese folglich zerstören. Normalerweise wird das Immunsystem durch festgelegte Regulationsmechanismen moduliert, wobei bestimmte „Checkpoints“ dafür sorgen, dass sich die Aktivität von Immunzellen nicht gegen körpereigene Ziele richtet.

Ein Team um Dr. Giorgio Raimondi, plastischer Chirurg an der Johns Hopkins Universität in Baltimore, untersuchte anhand von nicht-adipösen Nagern mit Diabetes das Verhalten des Signalproteins Interferon Typ I (TI-INF), das sich bei Transplantat-Abstoßungen schon als wichtiger immunmodulierender Faktor erwiesen hat. Neuere Studien konnten zeigen, dass TI-INF-Werte bei vielen Patienten steigen, bevor sie Typ-1-Diabetes entwickeln.

Raimondi und seine Kollegen wollten daraufhin herausfinden, ob die Rolle dieser Moleküle bei autoimmunem Diabetes Erkenntnisse über die Abstoßung von Transplantaten liefern könnte. Nachdem das Team Zellen aus den Körpern der Tiere isolierte, zeigte sich, dass die Werte für TI-IFN ausschließlich in den Lymphknoten des Darms erhöht waren. Daraufhin fanden die Forscher nach genaueren Untersuchungen heraus, dass die erhöhten Werte des Interferons dafür sorgten, dass die Immunzellen weniger anfällig für bestimmte regulatorische Reize waren, die durch den Modulator Interleukin-10 vermittelt werden.

Auch der Spiegel des Proteins P-STAT3, das mit dem IL-10-Spiegel korreliert, war in den T-Lymphozyten der diabetischen Mäuse um etwa die Hälfte verringert. Deshalb war die Aktivität der Immunzellen unphysiologisch hochreguliert. Diese Veränderungen zeigten sich, anders als bisher angenommen, nicht nur zum Beginn der Erkrankung, sondern konnten über den kompletten Studienzeitraum von vier Monaten beobachtet werden. Ein längerfristiger Einfluss der Fehlregulierung auf den Verlauf der Erkrankung bei Mäusen erscheint deshalb plausibel

Eine daraufhin getestete therapeutische Intervention mit einem neuartigen Janus-Kinase (JAK) Inhibitor war in der Lage, die Immunzellen wieder für IL-10 zu sensibilisieren, doch es konnte nicht gezeigt werden, ob dies direkten Einfluss auf die Insulin-Spiegel der Nager hatte. Dennoch liefern die Ergebnisse wichtige Erkenntnisse und könnten dazu beitragen, die Therapie des Diabetes Typ 1 in naher Zukunft wegweisend zu optimieren.

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