Stiff-Man-Syndrom (SMS)

Moersch-Woltmann-Syndrom

Das Stiff-Man-Syndrom (SMS; Moersch-Woltmann-Syndrom) ist eine relativ seltene neurologische Erkrankung. Es kommt zur Bildung von Antikörpern gegen zentrale inhibitorische (hemmende) Neurone.

Durch den Verlust dieser hemmenden Neurone kommt es zu einer Steigerung des Muskeltonus vor allem der Rücken- und Nackenmuskulatur, die auf die Extremitäten übergreifen kann. Hinzu können zum Teil äusserst schmerzhafte Verkrampfungen (Spasmen) der Muskulatur kommen, die häufig durch äußere Reize ausgelöst werden.

Bei dem Stiff-man-Syndrom handelt es sich um eine Autoimmun-Erkrankung. Bisher wurden Antikörper gegen zwei Enzyme (GAD 65 & 67) und gegen ein Protein (Amphiphysin) gefunden. Des weiteren findet sich bei etwa 50% der Erkrankten eine Assoziation zu anderen Autoimmun-Erkrankungen wie zum Beispiel dem Typ-1-Diabetes.

Häufigkeit

Es handelt sich um eine seltene Erkrankung, die sich meist im mittleren Lebensalter manifestiert.

Symptome

  • meist symmetrische Tonuserhöhungen und Spasmen besonders der Rumpf- und rumpfnahen Muskulatur.
  • Gangstörung und plötzliche Stürze
  • oft von Spasmen gefolgte Angstattacken
  • Auffälligkeiten der Reflexe (meistens gesteigert)
  • Dysregulation der Körperfunktionen wie übermäßiges Schwitzen und ähnliches


Diagnose

  • regelmäßige körperliche Untersuchungen
  • im EMG (Elektromyogramm) finden sich auffällige Aktivitäten der motorischen Einheiten.
  • Nachweis der oben erwähnten Antikörper


Komplikationen

Lebensbedrohliche Störungen im autonomen Nervensystem können auftreten.

Therapie

  • Langzeit-Therapie mit Kortikosteroiden
  • Die intravenöse Injektion von Immunglobulinen soll einer kleineren Studie zu Folge eine rasche Besserung der Symptome bringen, die für etwa drei Monate anhalten soll.
  • Antispastische Substanzen wie Benzodiazepine und Baclofen lindern die Symptome.
  • eine physiotherapeutische Therapie führt nicht immer zum gewünschten Erfolg.


Weitere Informationen finden Sie unter (externe Links):

 


© 2010 Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V. [ Copyright im Impressum ]
Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis [ Haftungshinweis im Impressum]

Was sind Autoimmun - Erkrankungen?

Mit Autoimmun-Erkrankungen wird eine große Anzahl von Erkrankungen bezeichnet, die alle durch eine gleiche oder ähnliche Entstehung gekennzeichnet sind.

Wie entstehen Autoimmun - Erkrankungen?

Autoimmun-Erkrankungen sind durch eine falsche Programmierung des menschlichen Abwehrsystems gekennzeichnet.

Betroffene Körper- und Organsysteme

Praktisch jedes Körperorgan- oder Organsystem kann durch Autoimmun-Erkrankungen betroffen sein.

Behandlung von Autoimmun - Erkrankungen

In den letzten Jahren sind zahlreiche und viel versprechende neue Therapieansätze entwickelt worden.

Betroffene Körper- und Organsysteme

Praktisch jedes Körperorgan- oder Organsystem kann durch Autoimmun-Erkrankungen betroffen sein.

Aktuelle Informationen zu Autoimmun-Erkrankungen

Andere Krankheiten:
Alopecia areata
Antiphospholipid-Syndrom
Anämie, perniziöse
Arteriitis temporalis
Atherosklerose
Autoimmuninsuffizienz, polyendokrine
Autoimmuninsuffizienz, polyendokrine
Churg-Strauss-Syndrom
Colitis ulcerosa
CREST-Syndrom
Dermatomyositis
Fibromyalgie
Gastritis, chronische autoimmune
Goodpasture-Syndrom
Guillain-Barré-Syndrom (GBS)
Hashimoto-Thyreoiditis
Hepatitis, autoimmune
Juvenile rheumatoide Arthritis
Kryoglobulinämie, essentielle
Kälteagglutininkrankheit
Lichen sclerosus (LS)
Lyme-Arthritis
Mischkollagenose
Morbus Addison
Morbus Basedow
Morbus Bechterew
Morbus Behçet
Morbus Crohn
Morbus Wegener
Morbus Werlhof
Multiple Sklerose
Myasthenia gravis (MG)
Pemphigus vulgaris
Polymyalgia rheumatica
Polymyositis
Polyneuropathie
Psoriasis
Reiter Syndrom
Rheumatisches Fieber
Rheumatoide Arthritis
Sarkoidose
Sjögren-Syndrom
Sklerodermie
Stiff-Man-Syndrom (SMS)
Systemischer Lupus erythematodes (SLE)
Takayasu Arteriitis
Typ-I-Diabetes mellitus
Vitiligo (Leucopathia acquisita)
Zöliakie