Sprue (Zöliakie), glutensensitive einheimische (primäres Malabsorptionssyndrom, identisch mit dem Krankheitsbild der Zöliakie des Kleinkindes)

Bei dem Krankheitsbild der einheimische Sprue, welches identisch ist mit der Zöliakie des Kleinkindes, handelt es sich um eine autoimmun vermittelte Unverträglichkeit des Darmes gegenüber dem Getreidebestandteil Gluten.

Dies führt über einen komplexen Entzündungsmechanismus zu einer Zerstörung und Minderung der Darmoberfläche und damit zu einer generalisierten Resorptionsstörung.

Bei der Diskussion um die Pathogenese der Erkrankung steht mittlerweile die Immunhypothese im Vordergrund, da mittlerweile ein Enzym als Autoantigen identiufiziert werden konnte.

Des weiteren findet sich ein familiäre Häufung (direkte Verwandte haben ein 10%iges Erkrankungsrisiko).

Häufigkeit
Die Häufigkeit der einheimischen Sprue schwankt stark in Abhängigkeit von der jeweiligen Population. So beträgt sie etwa in Irland 1:300, in Berlin jedoch nur 1:2700

Symptome
massive Durchfälle mit fettigem Glanz
aufgetriebener Leib
Gewichtsabnahme
Adynamie
Hinzu kommen Symptome, die sich aus der allgemeinen Resorptionsstörung entwickeln: Anämie (Blutarmut), Ödeme und Knochenschmerzen.
Durch den entstehenden Vitaminmangel kann es zur Bildung von Hautpigmentationen, Zungenbrennen und Nachtblindheit kommen.
Bei der Zöliakie während der Kindheit kommen meist noch Gedeihstörungen und Rachitis hinzu. Minderwuchs tritt gehäuft auf.

Diagnose
In der Dünndarmbiopsie ist die Veränderung der Darmschleimhaut nachweisbar, die bei Einhalten einer glutenfreien Diät reversibel sind.
Nachweis der Antikörper gegen das Gliadin (Bestandteil des Glutens) im Blut
Nachweis von über sieben Gramm Fett pro Tag im Stuhl bei einem Stuhlgewicht von über 200 Gramm pro Tag
typisches Bild in der Röntgenaufnahme des Dünndarms mit Röntgenkontrastmittel

Therapie
Sie besteht in dem strikten lebenslangen Einhalten einer glutenfreien Diät unter Reduzierung der Fettzufuhr und initialer Gabe von Vitaminen und Eisen. Wird diese konsequent eingehalten, bilden sich in der Regel alle Kranakheitssymptome zurück.

Komplikationen
Wird die Diöät nicht konsequent eingehalten, so droht die Entstehung eines T-Zell-Lymphoms

Weitere Informationen finden Sie unter (externe Links):
Deutsche Zöliakiegesellschaft e. V.
Zöliakie-net.de (Selbsthilfe-Forum)
www.zoeliakie-treff.de (eine umfangreiche private Internetseite zum Thema Zöliakie)
Das Lexikon der Labormedizin (www.laborlexikon.de)

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