Pemphigus vulgaris

Blasensucht

Bei dieser Gruppe von Erkrankungen richtet der Körper sein Abwehrsystem gegen sich selbst (Autoimmun-Reaktion). Mit den Mechanismen, die sonst der Entfernung körperfremder Stoffe (z. B. Krankheitserregern) dienen, werden nun die eigenen Zellen angegriffen. Dabei werden Eiweiße gebildet: die Antikörper. Diese Antikörper erkennen bestimmte Zellen und führen zu deren Zerstörung.

Beim Pemphigus vulgaris richtet sich die Autoimmunreaktion gegen Zellstrukturen (Desmoglein III auf Keratinozyten) in der obersten Hautschicht (Epidermis). Der normalerweise feste Verbund der Zellen in der Epidermis untereinander wird gelöst (Akantholyse). Sie wird leicht zerreißbar. Es können sich Blasen bilden (Pemphix: griech. Blase).

Ursachen für diese Erkrankung sind bislang nicht bekannt. Eine Veranlagung, an Pemphigus vulgaris zu erkranken, ist wahrscheinlich vererbbar.

Häufigkeit

Das Erkrankungsalter liegt zwischen dem 40. und 70. Lebensjahr. Die Krankheit ist selten: jährlich erkranken etwa 1-5 Personen von 1.000 000 Einwohnern.

Symptome

  • Fetzige Blasenreste an der Mundschleimhaut
  • Die Haut kann durch leichtes Reiben abgeschoben werden (sog. direktes Nikolski-Zeichen)
  • Später folgt die Bildung schlaffer Blasen
  • Durch Aufplatzen der Blasen oder das Ablösen der Epidermis durch Verschieben entstehen hellrote Hautwunden, die nässen, leicht bluten und brennen


Komplikationen

  • Die Hautwunden können durch Bakterien infiziert werden. In schweren Fällen kann es dadurch zu einer Blutvergiftung kommen.
  • Bei Befall des Mundbereiches kann die Nahrungsaufnahme beeinträchtigt sein. Folgen sind Flüssigkeits-, Eiweiß-, Elektrolytverlust (Salzverlust) und Unterernährung.
  • In der Schwangerschaft können Antikörper auf das Ungeborene übertragen werden, so dass dieses erkrankt.


Weitere Formen

Andere vorkommende Formen des Pemphigus vulgaris (P. vegetans, P. herpetiformis, P. foliaceus, paraneoplastischer Pemphigus, arzneimittel-induzierter Pemphigus) unterscheiden sich in erster Linie durch die befallene Körperregion und bzw. durch ihre Ursache.

Therapie

  • Gabe von Kortison zur Hemmung der Antikörperproduktion (z. B. Prednisolon)
  • Zusätzliche Gabe von anderen immundämpfenden Medikamenten wie z. B. Azathioprin, Mycophenolat-Mofetil, Cyclophosphamid, Chlorambucil, Cyclosporin A
  • Blutwäsche (Plasmapherese) zur Entfernung der Antikörper aus dem Blut
  • Gabe von sog. Immunglobulinen

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Was sind Autoimmun - Erkrankungen?

Mit Autoimmun-Erkrankungen wird eine große Anzahl von Erkrankungen bezeichnet, die alle durch eine gleiche oder ähnliche Entstehung gekennzeichnet sind.

Wie entstehen Autoimmun - Erkrankungen?

Autoimmun-Erkrankungen sind durch eine falsche Programmierung des menschlichen Abwehrsystems gekennzeichnet.

Betroffene Körper- und Organsysteme

Praktisch jedes Körperorgan- oder Organsystem kann durch Autoimmun-Erkrankungen betroffen sein.

Behandlung von Autoimmun - Erkrankungen

In den letzten Jahren sind zahlreiche und viel versprechende neue Therapieansätze entwickelt worden.

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