Wie werden Autoimmun-Erkrankungen behandelt?

In den letzten Jahren sind zahlreiche und vielversprechende neue Therapieansätze entwickelt worden. Ein wichtiges Grundprinzip in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen ist die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr.

Die Unterdrückung der körpereigenen Abwehr ist bei Autoimmun-Erkrankungen sinnvoll, um den Angriff des Abwehrsystems auf das körpereigene Gewebe zu bremsen. So kann der weiteren Zerstörung von körpereigenem Gewebe Einhalt geboten werden.

Häufig verwendete Medikamente
Unterdrückung des Immunsystems
Stammzelltheraphie
Autoimmun-Erkrankungen: neue Therapien


Häufig verwendete Medikamente

Bei der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen werden häufig folgende Medikamente verwendet:
  • Kortison in wechselnden Dosierungen, häufig über lange Zeit
  • Aspirin-Abkömmlinge (Azulfidine)
  • mäßig aggressive Immunsuppressiva (Chlorquin / Methothrexat)
  • Zellgifte (Azathioprin / Cyclophosphamid)
  • Kombinationsbehandlungen

Unterdrückung des Immunsystems

Substanzen und Medikamente, die eine Unterdrückung des Immunsystems bewirken, werden „Immunsupressiva“ genannt.

Durch die Unterdrückung des Immunsystems entstehen jedoch typische Probleme:

Gleichzeitig mit der Minderung der unerwünschten Aktivitäten des Abwehrsystems wird die notwendige Schutzfunktion der körpereigenen Abwehr unterdrückt: je effektiver die Immunsuppression zum Schutz der angegriffenen Organe ist, um so schutzloser macht sie den Organismus für die Bekämpfung von Infektionen. Bisher gibt es nur ganz vereinzelte Ansätze, diese Problematik zu umgehen.

Die Unterdrückung des Immunsystems erfolgt dabei in der Regel nach einem Stufenschema, angepasst an den Schweregrad der jeweiligen Erkrankung. Zweck der verschiedenen Stufenschemata ist es, die Behandlung so kurz und dabei so effektiv wie möglich zu gestalten. Das Therapieziel ist dabei, zumindest eine deutliche Besserung der Symptome zu erzielen oder die Erkrankung zu einem Stillstand (Remission) zu bringen. Wenn möglich, will man in den Phasen der Remission oder Besserung mit möglichst wenig oder gar keinen Immunsupressiva auskommen.


Stammzelltheraphie

Stammzellen sind Körperzellen, die noch nicht ausdifferenziert sind. Stammzellen haben keine feste Funktion. Sie können sich aber teilen und vermehren.

Stammzellen sind in der Lage, ständig neue, organspezifische Tochterzellen zu erzeugen und sich dabei selbst zu erhalten. Über das jeweilige Schicksal der Zellen entscheidet dabei vor allem das biologische Milieu, in dem sie sich befinden.

Stammzell-Forscher nutzen diese Eigenschaften der Stammzellen und erhoffen sich dadurch neue Ansätze in der Therapie vieler Krankheiten. Weltweit melden verschiedene Gruppen aber ethische Bedenken an.