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Link zur Information Lichen sclerosus – eine vielleicht nicht so seltene Autoimmun-Erkrankung der Haut
Link zur Information Statine - Cholesterinsenker möglicherweise effektiv bei MS
Link zur Information Eine Blutuntersuchung zur Vorhersage der MS?
Link zur Information Workshopbericht: Perspektiven von Stammzellen in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen
Link zur Information Patientenveranstaltung "Leben mit Autoimmunerkrankungen der Haut"
Link zur Information Arzt-Patienten-Forum zum Lichen sclerosus
Link zur Information Multizentrische Studie zur Anwendung von Tacrolimus bei Lichen sclerosus
   
   
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Lichen sclerosus – eine vielleicht nicht so seltene Autoimmun-Erkrankung der Haut

Wesentlich mehr Frauen, Männer und Kinder – als allgemein bekannt – leiden möglicherweise an einer belastenden Erkrankung der Haut, dem sogenannten Lichen sclerosus. Schätzungen zufolge können im Einzellfall bis zur Diagnose 3 – 6 Jahre vergehen, denn nicht selten suchen die Betroffenen aus Schamgefühl erst spät einen Arzt oder eine Klinik auf.

Lichen sclerosus ist eine fortschreitende, chronisch entzündliche Erkrankung der Haut, vorwiegend anogenital lokalisiert. Betroffen sind vorwiegend Genital und After. Die Ätiologie ist unbekannt. Vermutet werden eine autoimmune Ursache, Veränderungen im Hormonstatus und eine genetische Disposition.

Neben sehr starkem Juckreiz kommt es im Verlauf der Erkrankung zu einer Schrumpfung und Verhärtung der betroffenen Hautareale, Vernarbungen, Verengungen der Harnröhre und bei Frauen zu Verengungen und Verwachsungen im Bereich der äußeren Genitale. Bei Männern sind Vorhaut und Glans (Eichel) betroffen.

Zur Therapie werden Kortikosteroidsalben eingesetzt, welche die Symptome mildern, jedoch keine Heilung bewirken. Örtliche Injektionen mit Kortikoiden werden bei sehr starkem Juckreiz angewendet. Kortikosteroide können bei langer und häufiger Anwendung eine Ausdünnung der Haut zufolge haben.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Link zur Information Lichen Sclerosus Informationsseite (externer Link)

Statine - Cholesterinsenker möglicherweise effektiv bei MS

Mehrere unabhängige Untersuchungen des letzten Jahres deuten darauf hin, dass Statine, eine Gruppe von Arzneimitteln, die zur Senkung hoher Cholesterin-Werte im Blut eingesetzt werden, in das Immunsystem eingreifen und sich möglicher Weise günstig auf die MS auswirken könnten.
Dr. Oliver Neuhaus (Neurologische Universitätsklinik Düsseldorf) und seine Kollegen haben berichtet, dass Statine in der Lage sind, in Zellkultur-Experimenten verschiedene Immunantworten und Entzündungsparameter, die auch bei der MS eine Rolle spielen, zu hemmen (Neurology, October 8, 2002) . Untersuchungen von Dr. Scott Zamvil (University of California, San Francisco) haben gezeigt, dass Statine auch im Tiermodell in der Lage sind, Immunantworten zu unterdrücken und die Experimentelle Autoimmune Enzephalomyelitis, ein Tiermodell der MS, zu unterdrücken (Nature, November 7, 2002) .
An verschiedenen Zentren wurden jetzt Studien initiiert, die einen möglichen Einfluss der Statine auf die MS untersuchen. Die Ergebnisse dieser Arbeiten müssen noch abgewartet werden.

 

Weitere Informationen finden Sie hier:
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The HMG-CoA reductase inhibitor, atorvastatin, promotes a Th2 bias and reverses paralysis in central nervous system autoimmune disease.

Youssef S, Stuve O, Patarroyo JC, Ruiz PJ, Radosevich JL, Hur EM, Bravo M, Mitchell DJ, Sobel RA, Steinman L, Zamvil SS. Nature. 2002 Nov 7;420(6911):78-84

Link zur Information Statins as immunomodulators: comparison with interferon-beta 1b in MS.
Neuhaus O, Strasser-Fuchs S, Fazekas F, Kieseier BC, Niederwieser G, Hartung HP, Archelos JJ. Neurology. 2002 Oct 8;59(7):990-7

 


Eine Blutuntersuchung zur Vorhersage der MS?


Bei den meisten Patienten mit Multipler Sklerose (MS) beginnt die Erkrankung mit einer plötzlich aufgetretenen neurologischen Symptomatik und mit Zeichen für eine nicht-infektiöse Entzündung des Zentralen Nervensystems (ZNS). Bei etwa zwei Drittel der Patienten in dieser Situation entwickelt sich später im Verlauf eine Multiple Sklerose, bei den übrigen Patienten bilden sich die Symptome zurück und es kommt nicht zu einem erneuten Auftreten von Entzündungsaktivität.

Eine österreichische Forschergruppe hat nun berichtet, dass ein einfacher Bluttest möglicherweise helfen könnte, vorherzusagen, ob eine Person mit einer einzelnen Episode spezifischer neurologischer Symptome später eine MS entwickeln wird oder nicht. Der Arzt Dr. Thomas Berger von der Universität Innsbruck und seine Kollegen haben im Blut von Patienten nach Antikörpern (bestimmte Proteine des Immunsystems) gesucht, die an Eiweißstoffe im ZNS binden und so möglicherweise zu einer Schädigung von Bestandteilen des ZNS führen können. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden In der Juli – Ausgabe der angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ (2003;349:139-45) berichtet.

In der Untersuchung wurde im Blut von 103 Patienten mit einer plötzlich aufgetretenen neurologischen Symptomatik, MS-typischen Zeichen in der Kernspintomographie und entzündlich verändertem Nervenwasser Antikörper gegen zwei ZNS-Proteine, Myelin Basisches Protein und Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein bestimmt. Neun von 39 Patienten (23%), bei denen diese Antikörper nicht nachweisbar waren, entwickelten weitere Schübe und die mittlere Zeit zwischen dem ersten Auftreten von Beschwerden und dem nächsten Schub war knapp vier Jahre. Im Gegensatz dazu entwickelten 21 von 22 Patienten (95%), bei denen diese Antikörper vorhanden waren, weitere Schübe mit einem mittleren Abstand von 7,5 Monaten zum ersten Ereignis.

Sollten sich diese Daten bestätigen, dann könnte der Nachweis von Antikörpern gegen Myelin Basisches Protein und Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein möglicherweise dazu beitragen, bei Patienten mit einer plötzlichen Symptomatik und Zeichen für eine ZNS – Entzündung den frühen Übergang in eine MS vorherzusagen. Ob sich daraus Konsequenzen für die Behandlung der Patienten ergeben, bleibt abzuwarten. Der Test ist zur Zeit nicht kommerziell erhältlich.

Weitere Informationen finden Sie hier:
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Antimyelin antibodies as a predictor of clinically definite multiple sclerosis after a first demyelinating event.
Berger T, Rubner P, Schautzer F, Egg R, Ulmer H, Mayringer I, Dilitz E, Deisenhammer F, Reindl M.
N Engl J Med. 2003 Jul 10;349(2):139-45


Workshopbericht: Perspektiven von Stammzellen in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen

Die Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V. hat am 8. Februar 2003 mit Unterstützung durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung in Düsseldorf einen Workshop durchgeführt, um die Anwendung von embryonalen und adulten Stammzellen in der Therapie von Autoimmun-Erkrankungen zu diskutieren. Neben Disziplinen wie Biochemie, Immunologie und Neurobiologie waren insbesondere Neurologie, Neuropathologie, Hämatologie und Rheumatologie vertreten. Der Workshop wurde von den Teilnehmern als sehr erfolgreich eingeschätzt, da in Zeiten hochgradiger Spezialisierung selten Gelegenheit für einen übergreifenden Erfahrungsaustausch gegeben ist.

Obwohl sich die therapeutischen Erfolge in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen in den vergangenen Jahren z.T erheblich verbessert haben, fehlen bisher kausale Therapiemöglichkeiten. Die Therapie mit Stammzellen bietet zumindest vom theoretischen Ansatz her eine Alternative. Zum einen könnten hämatopoetische Stammzellen verwendet werden, um aus den transplantierten Blutstammzellen ein neues Immunsystem mit Toleranz für körpereigene Antigene zu schaffen. Andererseits wäre auch denkbar, dass Stammzellen zur Reparatur von zerstörtem Gewebe eingesetzt werden könnten („tissue repair“).

Hämatopoetische Stammzelltransplantationen sind im Rahmen von Pilot-Studien bereits mehrfach bei sonst therapierefraktären Autoimmun-Erkrankungen durchgeführt worden. So berichtete Frau Prof. Dr. Renate Arnold (Charité/Berlin) über insgesamt 10 autologe Transplantationen von Stammzellen bei therapierefraktären Autoimmunerkrankungen, wonach bei 3 von 5 Patienten mit schwerstem SLE komplette Remissionen für 1 bis 5 Jahre beobachtet wurden.
In Einzelfällen wurden therapierefraktäre weitere Autoimmun-Erkrankungen wie Sklerodermie, Psoriasis-Arthritis und M. Wegener mit Blutstammzell-Transplantation behandelt. Hierbei wurden jedoch hohe Rezidivraten beobachtet.

Weitere Studien mit hämatopoetischen Stammzellen sind bei Patienten mit Multipler Sklerose (MS) durchgeführt worden, wie Prof. Dr. Peter Rieckmann (Würzburg) und Frau Prof. Judith Haas (Berlin) berichteten. Die Ergebnisse sind allerdings aufgrund der multizentrisch erhobenen Datensammlung und retrospektiven Auswertung nur begrenzt aussagekräftig (Prof. Rieckmann).

Wie Prof. Dr. Hans Lassmann (Wien) betonte, ist gerade im Fall der MS die Pathogenese noch nicht eindeutig geklärt. Bei Autopsien von MS Patienten die stammzelltransplantiert waren, zeigte sich eine diffuse Infiltration von zytotoxischen T-Zellen in das Gehirngewebe, zusammen mit massiver Axon-Zerstörung. Es bleibt daher zu klären, inwieweit sich aus den transplantierten Stammzellen präferentiell schädliche T-Lymphozyten bilden können.

Als zweiter Bereich wurde die Verwendung von embryonalen oder adulten Stammzellen zum Gewebeersatz („tissue repair“) in der Therapie von Autoimmun-Erkrankungen diskutiert. Ziel ist es dabei, im Sinne einer reparativen Stammzelltransplantation z.B. bei Patienten mit MS nach bereits erfolgter Gewebeschädigung eine Remyelinisierung entmarkter Axone zu erreichen.
Wie Prof. Dr. Oliver Brüstle (Bonn) feststellte, ergeben sich für die nächsten Jahre noch erhebliche Herausforderungen, bevor die Transplantation neuronaler Stammzellen klinische Bedeutsamkeit gewinnen kann.

Wenngleich pluripotente embryonale Stammzellen vielleicht am besten für gewebespezifischen „tissue repair“ geeignet sind, so vermehren sich z.Zt. fast täglich die Hinweise dafür, dass auch adulte Stammzellen ein erstaunliches Differenzierungsvermögen besitzen. Sie können beispielsweise in Knochen, Leber, Muskel, Herzmuskel und Zellen des Nervensystems differenzieren und sind eine ernstzunehmende Alternative zu humanen embryonalen Stammzellen, so Prof. Dr. Axel Zander (Hamburg).

Neben der Gewinnung und Aufreinigung von Stammzellen ist die Frage ihrer Vermehrbarkeit („Expansion“) von großer praktischer Bedeutung, da in der Perspektive ihrer klinischen Anwendung erhebliche Zellzahlen generierbar sein müssen.
Über biotechnologische Verfahren können z.B. neue Designer-Zytokine geschaffen werden, die gegenüber dem natürlich vorkommenden Zytokin eine 100- bis 1000-fach höhere Aktivität haben. Am Beispiel des als Hyper-IL-6 bezeichneten Designer-Zytokins erläuterte Herr Professor Dr. Stefan Rose-John (Kiel), wie solche künstlich geschaffenen Botenstoffe zur Gewinnung der erforderlichen Zellzahlen von Stammzellen verwendet werden können.

Insgesamt ist die Transplantation von Blutstammzellen bisher noch kein etabliertes Verfahren zur Therapie von schweren Autoimmun-Erkrankungen. In der Regel wird bislang bei der überwiegenden Zahl der Patienten nach einigen Monaten bis Jahren wieder ein Fortschreiten der Autoimmun-Erkrankung beobachtet.


Es besteht daher dringender Bedarf für weitergehende grundlegende Forschung sowie darauf aufbauend die Planung kontrollierter Studien, um abschätzen zu können, welche Patienten in welchem Stadium ihrer Autoimmun-Erkrankung von einer Blutstammzelltransplantation profitieren können.

Weitere Informationen finden Sie hier:
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Potenzial von Stammzellen für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen.
Kabelitz D, Hermeler H
Deutsches Ärzteblatt 100, Ausgabe 28-29 vom 14.07.2003


Multizentrische Studie zur Anwendung von Tacrolimus bei Lichen sclerosus

Verschiedene Zentren führen eine multizentrische Studie zur Anwendung von Tacrolimus (Protopic) bei Lichen sclerosus durch:

Anmeldungen und weitere Informationen:


Link zur InformationUniversitätshautklinik Düsseldorf (Prof. Dr. med. Hengge): Telefon: 0211-811-8066/-8700

Link zur InformationHautklinik des Klinikums Darmstadt (Prof. Dr. med. Hagedorn) unter Telefon: 06151-107-4117 (Schwester Eva)

Der Wirkstoff Tacrolimus wird erfolgreich zur Behandlung der Neurodermitis eingesetzt. Die Studie soll die Wirksamkeit von Tacrolimus bei Lichen sclerosus nachweisen.

(Achtung: die Patientenrekrutierung zu dieser Studie ist inzwischen abgeschlossen.)

Weitere Informationen finden Sie hier:
Link zur Information Lichen Sclerosus Informationsseite (externer Link)
Link zur Information Link zur Universitätshauklinik Düsseldorf
Link zur Information Link zur Pressemeldung der Universität Düsseldorf
Link zur Information Link zur Hautklinik Darmstadt


Arzt-Patienten-Forum zum Lichen sclerosus

Die Hautklinik Darmstadt veranstaltet unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. med. Hagedorn ein Arzt-Patienten-Forum zum Thema Lichen sclerosus. Neben einem Vortrag zur Erkrankung und Berichten aus langjähriger Behandlungserfahrung sollen Fragen von Betroffenen beantwortet und diskutiert werden.

Termin:
Samstag, 15. November 2003
13:00 bis 16:00

Veranstaltungsort:
Hautklinik des Klinikums Darmstadt
Heidelberger Landstr. 379
64283 Darmstadt

Anmeldung:
Telefon: 06152-910826


Patientenveranstaltung "Leben mit Autoimmunerkrankungen der Haut"

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen veranstaltet die Dermatologische Klinik mit Poliklinik der Universitätsklinikum Erlangen eine Patienteninformationsveranstaltung zum Thema "Leben mit Autoimmunerkrankungen der Haut. Die Leitung der Veranstaltung hat Herr Prof.. Dr. med. Michael Hertl. Neben Vorträgen zu einzelnen Autoimmunerkrankungen wie Psoriasis, Pemphigus und bullöses Pempigoid, Sklerodermie, Lupus und Dermatomyositis sollen auch alltägliche Probleme, wie die Betreung von Patienten angesprochen werden. Um vorherige Anmeldung wird gebeten.

Termin:

Samstag, 15. November 2003
9.30 bis 13.00 Uhr


Veranstaltungsort:
Hörsaal der Dermatologischen Klinik mit Poliklinik
Universitätsklinikum Erlangen
Hartmannstr. 14
91052 Erlangen

Anmeldung:
Dermatologische Klinik mit Poliklinik
z. Hd. Frau Kelle
Universitätsklinikum Erlangen
Hartmannstr. 14
91052 Erlangen

Telefon: 09131 - 8 53 31 60 (Frau Kelle)

 

Weitere Informationen finden Sie hier:
Link zur Information Link zur Seite der Dermatologischen Klinik mit Poliklinik der Universitätsklinikum Erlangen


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