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Aktuelle Informationen zum Thema Autoimmun-Erkrankungen
Nils-Ilja-Richter-Preis
2003 verliehen
Erster
klinischer Response-Marker für die Interferon-beta-Therapie
bei Multipler Sklerose.
In einem feierlichen Akt wurde am 26.05.2004 der von
der Deutschen Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen
e.V. (DGfAE) mit 10.000 Euro dotierte Nils-Ilja-Richter-Preis
des Jahres 2003 im Kieler Stadtkloster verliehen.
Der Schirmherr der DGfAE, Herr Dr. Dr. h.c. K. Murmann
übergab den Preis an Herrn PD Dr. med.
Klaus-Peter Wandinger (Klinik für Neurologie
und Institut für Neuroimmunologie, Charité
Berlin), für seine Arbeit „TNF-related apoptosis
inducing ligand (TRAIL) as a potential response marker
for interferon-beta treatment in multiple sclerosis.”
(Lancet 2003 Jun 14; 361(9374): 2036-43)
Mit dem Molekül TRAIL gelang der Berliner Arbeitsgruppe
um Dr. Wandinger die Identifizierung des ersten klinischen
Response-Markers einer Interferon-beta Therapie bei
MS. Hintergrund: Die immunmodulatorische Therapie mit
Interferon-beta bei responsiven Patienten entfaltet
gerade in der Frühphase der Erkrankung ihre maximale
Wirksamkeit. Der klinische Therapieerfolg ist jedoch
erst nach monatelanger Verabreichung beurteilbar. Die
Therapie ist zudem aufwendig und teuer. Die Entwicklung
biologischer Marker war daher dringend erforderlich,
um jene Patienten möglichst früh zu identifizieren,
die am meisten von einer Interferon-beta-Therapie profitieren.
Eine Bestimmung der TRAIL Expression vor Therapie kann
die Vorhersage des individuellen Ansprechens durch höhere
Werte bei responsiven Patienten ermöglichen.
Mit dem zum vierten Mal vergebenen Nils-Ilja-Richter-Preis
werden Arbeiten gefördert, die konkrete klinische
Therapiefortschritte bei Autoimmun-Erkrankungen erbringen
und beschreiben, und die geeignet sind, Fortschritte
in der Behandlung von Autoimmun-Erkrankungen eines medizinischen
Teilgebietes rasch auf ähnliche Erkrankungen anderer
Teilgebiete zu übertragen.
Link
zur Ausführlichen Darstellung der Preisverleihung
Kontakt und weitere Informationen:
Deutsche
Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V.
Herr Dr. med. H. Hermeler
Schittenhelmstraße 7
24105 Kiel
Telefon: 0 431 / 570 81 25 Telefax: 0 431 / 570 81 27
E-Mail: buero@autoimmun.org
Internet: www.autoimmun.org
Presseservice
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Künstlicher
Hautersatz - Wie ist der aktuelle Stand?
Gerade in
der Behandlung von großflächigen Brandwunden
oder bei kosmetischen Eingriffen spielt der Hautersatz
eine zunehmend größere Rolle. Das Problem
bei den zur Verfügung stehenden Methoden stellen
zum einen die lediglich auf Teile der Haut begrenzten
Verfahren dar, zum anderen können synthetisch erzeugte
Hauttransplantate Abstoßungsreaktionen erzeugen.
In einem der
zur Zeit gängigsten Verfahren werden Keratinozyten
(Hautzellen) in Nährlösungen kultiviert um
anschließend als Schicht aus fünf bis sechs
Zelllagen auf eine Trägerfolie gespannt und so
transplantiert zu werden.
Probleme dieser
Technik bestehen zum einen in einer starken Schrumpfungstendenz
der Zellen, zum anderen dauert die Anzüchtung etwa
zwei bis drei Wochen. Die transplantierte Fläche
ist anschließend für ungefähr fünf
Wochen nicht oder nur sehr gering belastbar, was die
häufig notwendige Intensivpflege erheblich erschwert.
Einer der
Hauptnachteile dieser etablierten Technik liegt jedoch
darin, dass hier nur Teile der Haut verpflanzt werden
können. Schichten wie das subkutane Fettgewebe,
Nerven und Gefäßsystem müssen vom Körper
aus eigener Kraft neugebildet werden.
Eine weitere
Methode stellt die Transplantation von azellulärer
Dermis dar. Sie wird zur Deckung von Defekten in die
Wunde eingebracht und sofort mit Eigenhaut bedeckt.
Die in der Dermis enthaltene Basalmembran bewirkt eine
schnelle Vaskularisierung. Durch diese Methode soll
eine bessere Verschiebbarkeit der transplantierten Haut
entstehen.
Diese Methode
wurde bisher nur in Einzelfällen angewendet, so
dass große klinische Studien noch ausstehen.
In einem anderen
Verfahren des Dermisersatzes wird auf die zu versorgende
Fläche ein zweilagiges biosynthetisches Produkt
unter einer Silikonmembran aufgebracht (Integra®).
Nach ca. zwei Wochen ist dieses Produkt ausreichend
mit Gefäßen versorgt, so dass die Silikonschicht
abgezogen werden kann und Spalthaut aufgebracht werden
kann. Leider ist die Anzüchtung von Keratinozyten
auf dieser synthetischen Haut als relativ schwierig
anzusehen. Ein sich derzeit in der Erprobung befindender
Ansatz versucht, die Keratinozyten auf der Unterseite
von Integra aufzubringen, so dass sie durch die Biomatrix
hindurchwachsen können. Als Nachteile dieser Methode
sind der hohe Preis und die große Infektionsanfälligkeit
anzusehen.
In einem anderen
Verfahren werden Verbandstoffe eingesetzt, die mit speziellen
Zellkulturen, Wachstumsfaktoren und anderen dem Heilungsprozess
förderlichen Bestandteilen besetzt sind.
Vorteile liegen
unter anderem in dem Schutz vor bakteriellen Kontaminationen.
Nachteile können sich aus der notwendigen Ablösung
des Trägermaterials nach einer gewissen Zeit ergeben.
In Zukunft
werden die sich derzeitig noch in experimentellen Studien
befindlichen gentechnisch veränderten Zellkulturen
(Fibroblasten) eine größere Rolle spielen.
Sie werden dahingehend gezüchtet, dass sie Wachstumsfaktoren
ausschütten, die unter anderem das Einsprossen
von Gefäßen beschleunigen sollen.
Prinzipiell
sind die derzeit zur Verfügung stehenden Verfahren
noch mit einer Reihe an Problemen behaftet. Seien es
die Abstoßungsreaktionen oder der hohe Preis.
Die zukünftigen Entwicklungen können mit Spannung
erwartet werden.
Quelle:
Universimed.com
(Zugang zum Archiv nur mit kostenlosem Passwort möglich)
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zu Universimed
Neue
Theorie zur Entstehung von Autoimmunerkrankungen
Forscher des
Scripps Institue in Kolifornien (USA) haben eine These
vorgestellt, die die derzeitig gültigen Vorstellungen
über die Entstehungsmechanismen von Autoimmunerkrankungen
in Frage stellt.
Im Tierexperiment
an sogenannten NOD-Mäusen (Mäuse mit einem
genetische Defekt, der dafür sorgt, dass es zu
einer übermäßigen Produktion von T-Zellen
kommt). Diese T-Zellen richten sich dann gegen die ß-Zellen
der Bauchspeicheldrüse, so dass ein Diabetes mellitus
Typ I ausgelöst
wird.) stellten sie fest, dass die Autoimmunreaktion
gegen die Insulin produzierenden Zellen ausbleibt, wenn
die Mäuse vorher Kontakt mit Bestandteilen (CFA)
von Bakterienwänden hatten. Anscheinend haben die
überzähligen T-Zellen so ein neues Ziel zugewiesen
bekommen.
Aus diesem
Tierexperiment und aus der Tatsache, dass Autoimmunerkrankungen
in den westlichen Ländern stetig auf dem Vormarsch
sind, während ihre Inzidenz in den Ländern
der dritten Welt konstant niedrig bleibt, leiten Professor
Nora Sarvetnick und seine Mitarbeiter eine Art von Hygienehypothese
ab, wie sie auch schon bei dem Entstehungsmechanismus
von Allergien bekannt ist. Durch einen Rückgang
von bakteriellen Infektionen in den Industrienationen
soll es zu einer Unterbeschäftigung des Immunsystems
kommen, so dass sich die Abwehrzellen dann neue, körpereigene
Ziele suchen.
Ob die Ergebnisse
auf den Menschen übertragbar sind, ist bis jetzt
noch nicht geklärt.
Quelle:
Pressemitteilung
der Scripps Research Institute
vom 15.04.2004
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zur Pressemeldung
Beschleunigte
Arterioskleorse bei Patienten mit Lupus erythematodes
Wie in zwei
kürzlich vorgestellten Studien mitgeteilt wurde,
ist das Risiko an Arteriosklerose zu erkranken für
Patienten mit einem Lupus erythematodes gegenüber
der gesunden Normalbevölkerung stark erhöht.
Yu Asanuma
(Vanderbildt Universität in Nashville) untersuchte
65 Patienten (91% Frauen) auf Verkalkungen der Herzkranzgefäße.
Hierbei kam heraus, dass der mittlere Verkalkungswert
(calcification score) mit 68,9 etwa acht mal so hoch
war, wie bei einer 69 Personen umfassenden Kontrollgruppe.
Zu einem ähnlichen
Ergebniss kamen Mary Roman und Mitarbeiter (Cornell
Universität, New York). In ihrer Studie wurde bei
197 Patienten (95% Frauen) die Halsschlagader auf Verkalkungen
untersucht. In dieser Gruppe fanden sich bei 37,1% der
Patienten Verkalkungen. Das Arteriosklerose-Risiko lag
damit bei den an Lupus erythematodes erkrankten Patienten
um den Faktor 4,8 höher als bei nicht erkrankten
Probanden.
Die Ursachen für diesen deutlichen Zusammenhang
werden derzeit in mehreren klinischen Studien untersucht.
So beschäftigt man sich unter anderem mit der Frage,
ob die Medikamentengruppe der Statine (Lipidsenker)
den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen können.
Andere Studien beschäftigen sich mit der Frage,
ob sich die immunsuppressive Therapie bei der Lupus
nephritis verbessern lässt.
Neues
MS-Medikament von Novartis in klinischer Erprobung
Der Pharmakonzern Novartis bereitet derzeit eine 6-monatige
internationale Studie zur Erprobung eines neuen MS-Medikamentes
vor. Die randomisierte, doppelblinde und plazebokontrollierte
Studie betrifft eine Novartis-Entwicklung mit dem Arbeitstitel
FTY 720 - ein neuartiger Immunmodulator mit bisher nicht
bekanntem Wirkmechanismus. Das oral als Tablette einzunehmende
Medikament soll die Immunzellen dazu bringen, von dem
jeweiligen Ort der Entzündung wieder in die Lymphorgane
zurückzuwandern. Das Medikament FTY 720 wird erstmals
bei diesen Versuchem mit menschlichen Versuchspersonen
eingesetzt, nachdem es in klinischen Versuchen bei Organtransplantationen
eine Abstossungsreaktion verhindert hatte. Anschliessend
hatte man den Wirkstoff in einem Tiermodell der MS mit
Erfolg eingesetzt.
Die ambulante Behandlung umfasst 10 Untersuchungen in
der Klinik u.a. mit monatlichen MRT - Untersuchungen.
Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip den drei
Medikamentengruppen "Hohe Dosis" – "Niedrige
Dosis" – "Plazebo" zugeteilt. Im
Anschluss an die 6-monatige Doppelblindphase, bei der
weder Arzt noch Patient die Zuteilung zu einer der Gruppe
kennen, können die Patienten freiwillig die Einnahme
von FTY 720 in einer offenen Nachbeobachtungsstudie
fortsetzen, also auch die, die ein Placebo erhalten
hatten.
Weitere
Links
Neuroimmunologie
Uni-Würzburg
Bei
welchen Patienten mit Multipler Sklerose ist Interferon
wirksam ?
- Vorhersage durch einfachen
Bluttest -
Zur Behandlung der Multiplen Sklerose (MS) stehen den
Ärzten heute vor allem drei Wirkstoffe zur Verfügung
(Interferon beta, Glatirameacetat und Mitoxantron).
Leider bleiben verordnete Präparate bei einem Großteil
der Patienten wirkungslos. Das ist wahrscheinlich auf
die erhebliche Variabilität der Erkrankung zurückzuführen,
die eine einheitliche Therapie für alle ausschließt.
Ob ein Medikament wirksam sein wird oder nicht, kann
der Arzt bisher nicht im Voraus wissen. Einen Patienten
mit den teuren und nicht nebenwirkungsarmen Medikamenten
zu behandeln, ohne dass er einen Nutzen davon hat, verursacht
beim Patienten Frustration und den Krankenkassen hohe
überflüssige Kosten.
Jetzt hat die Arbeitsgruppe um Frau Professor Frauke
Zipp vom "Institut für Neuroimmunologie"
der Charité eine Substanz im Blut identifiziert,
die als Marker eine Vorhersage von Wirksamkeit bzw.
Unwirksamkeit der am häufigsten verwendeten Substanz
"Interferon beta" verspricht. Aus dem Marker
kann ein Labortest entwickelt werden.
Die Substanz hat immunmodulierende Eigenschaften. Unter
anderem reguliert es das Gen für das Protein TRAIL
(*) von dem vielerlei Funktionen bereits bekannt sind.
Für MS-Patienten ist bedeutsam, dass TRAIL anti-entzündlich
wirken kann, weil es bestimmte Abwehrzellen (T-Lymphozyten)
hemmt, die bei Multipler Sklerose die Nervenzellen angreifen.
Im Blut gelöstes TRAIL könnte also eine Art
Schutzfaktor bei MS sein. Wird TRAIL gehemmt oder ganz
ausgeschaltet, verläuft die Krankheit sehr viel
ungünstiger. Dies konnte im Tierversuch mit Mäusen
gezeigt werden, die an einer der MS vergleichbaren Mäusekrankheit
leiden. Die Arbeitsgruppe von Frau Professor Zipp fand
nun, daß viele MS-Patienten während des Krankheitsverlaufs
in ihren Blutzellen vermehrt den Schutzfaktor TRAIL
bilden. Genau diese Patienten sind geeignete Kandidaten
für eine Behandlung mit Interferon beta, denn unter
der Gabe dieser Substanz erhöht sich die Konzentration
von TRAIL bei ihnen schnell und bleibt auch hoch.
Patienten die Antikörper gegen Interferon beta
entwickeln (und das sind leider nicht wenige) reagieren,
wie Dr. Klaus-Peter Wandinger aus der Forschergruppe
zeigen konnte, zwar anfangs auch mit vermehrter Freisetzung
von TRAIL, aber dieser Prozeß wird bald gestoppt.
Fazit: Vor einem Behandlungsversuch mit Interferon beta
sollte die Konzentration von TRAIL im Blut der Patienten
in Spaziallabors gemessen werden. Ist sie hoch, so kann
mit einer wirksamen Behandlung im ersten Jahr der Therapie
gerechnet werden. Ist sie gering, so wird der Patient
von der Behandlung mit Interferon beta höchstwahrscheinlich
nicht profitieren.
Die entsprechenden wissenschaftlichen Untersuchungen
konnte die Arbeitsgruppe in der Fachzeitschrift Lancet
(Wandinger et al. [2003]; 361: 2036-2043) publizieren.
(*) TRAIL = Tumor-Nekrosis Factor-related Apoptosis-inducing
Ligand
Quelle:
Pressestelle
der Charite, Berlin
Aus der Medizin
für die Medien: Bericht 27 - 2003/Silvia Schattenfroh
(17.06. 2003)
Link
zur Pressemeldung
| Weitere Informationen:
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TNF-related
apoptosis inducing ligand (TRAIL) as a potential
response marker for interferon-beta treatment
in multiple sclerosis.
Wandinger
KP, Lunemann JD, Wengert O, Bellmann-Strobl J,
Aktas O, Weber A, Grundstrom E, Ehrlich S, Wernecke
KD, Volk HD, Zipp F.
Lancet. 2003 Jun 14;361(9374):2036-43. |
Lebenswichtige
Bremse für das Immunsystem
Zuverlässiges Erkennungsmerkmal
für regulatorische T-Zellen gefunden
Für eine kontrollierte Immunantwort gegen Krankheitserreger
sind die so genannten regulatorischen T-Zellen - kurz:
TR-Zellen - entscheidend. Hat ein Patient zu wenige
von ihnen, kann sein Immunsystem leicht überreagieren
und den eigenen Körper angreifen. In schweren Fällen
führt eine solche Reaktion zu Autoimmunerkrankungen
wie etwa Rheuma, multipler Sklerose oder Diabetes Typ
1. Bisher ließen sich TR-Zellen in einem erkrankten
Organismus kaum von anderen Zellen des Immunsystems
unterscheiden und daher auch schlecht studieren. Das
dürfte sich bald ändern: Forscher der Gesellschaft
für Biotechnologische Forschung in Braunschweig
(GBF) und der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
haben jetzt ein Merkmal gefunden, anhand dessen man
TR-Zellen leicht identifizieren kann. Es handelt sich
um ein spezifisches Oberflächenmolekül, das
Neuropilin-1.
Die umfangreiche Klasse der T-Zellen löst bei der
Immunreaktion des Körpers unterschiedlichste Prozesse
aus, von der Abtötung infizierter Körperzellen
bis zur Stimulation anderer Komponenten des Immunsystems.
Der spezialiserte Untertyp der TR-Zellen hat die Aufgabe,
die Aktivität anderer T-Zellen zu hemmen und so
ein "Überschießen" der Immunreaktion
zu verhindern. Forscher unterscheiden die vielen Typen
von T-Zellen anhand so genannter Oberflächen-Marker:
Molekülstrukturen, die im günstigsten Fall
nur auf einem Zelltyp vorkommen und auf allen anderen
fehlen.
Für TR-Zellen gab es bislang keinen zuverlässigen
Marker: "Man hat sie bisher durch ein Oberflächenmolekül
namens CD 25 identifiziert", erklärt GBF-Wissenschaftlerin
Dr. Dunja Bruder. "Aber wenn das Immunsystem aktiv
wird - also gerade in einem erkrankten Organismus -
bilden auch andere T-Zellen das CD 25-Eiweiß an
ihrer Oberfläche." Eine Unterscheidung ist
dann nicht mehr möglich. Das Eiweiß Neuropilin-1
dagegen, so entdeckten die Forscher jetzt, kommt ausschließlich
auf TR-Zellen vor, nicht aber auf aktivierten anderen
Immunzellen. Eine überraschende Erkenntnis, wie
Dr. Bruder sagt: "Bis vor kurzem hat man das Neuropilin-1
nur bei Nervenzellen gefunden. Welche Rolle es auf Immunzellen
spielt, weiß man noch nicht."
Doch auch ohne Kenntnis seiner Funktion kann Neuropilin-1
als Unterscheidungsmerkmal von hohem Nutzen sein: "Mit
seiner Hilfe können wir TR-Zellen von anderen Immunzellen
abtrennen und besser studieren", erklärt GBF-Arbeitsgruppenleiter
Professor Jan Buer. "Weil die TR-Zellen die Immunabwehr
bremsen, hoffen wir, sie eines Tages gezielt steuern
zu können. Mit ihrer Hilfe könnte man vielleicht
das Immunsystem nach einer Transplantation ruhig stellen,
um Abstoßungsreaktionen zu vermeiden - oder es
andererseits bei Tumor-Erkrankungen und Infektionen
gezielt stimulieren."
Quelle:
Pressemeldung
vom 19.02.2004
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung
Mascheroder Weg 1
D-38124 Braunschweig
Link
zur Pressemeldung

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