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Mausmodel liefert neue Erkenntnisse zur Entstehung der Psoriasis
Mausmodel liefert neue Erkenntnisse zur Entstehung der Psoriasis
D.S. 29.03.2005
Wie schon seit längerer Zeit bekannt ist, entstehen die bei einer Schuppenflechte typischen Hautveränderungen durch eine Hyperkeratose, die durch eine Vermehrung der Keratinozyten bedingt wird. Begleitet wird sie stets von einer Entzündung der darunter liegenden Dermis.
Bislang sorgte die Frage, was zuerst kam, die Hyperkeratose oder die Aktivierung der kutanen T-Zellen bei Forschern für kontroverse Diskussionen.  
Forschern des M. D. Anderson Cancer Center in Houston, Texas ist es gelungen, diese wesentliche Frage in dem Pathomechanismus der Schuppenflechte zu klären.  
Ursache für die vermehrte Schuppung der Haut ist die Überexpression des Transskriptionsfaktors STAT3, der auch bei den Mechanismen der Wundheilung und bei der Entstehung von Hautkrebs von Bedeutung ist.
STAT3 aktiviert (über einen noch nicht geklärten Mechanismus) bei einer Verletzung der Haut Wachstumsfaktoren für Keratinozyten. Normalerweise sistiert die Bildung von STAT3, sobald der Hautdefekt verschlossen wurde. Kommt es allerdings nicht zu der "Abschaltung" von STAT3, türmen sich die Epidermisschichten und es kommt zur Bildung von Hautschuppen. Beobachten lässt sich dieser Mechanismus im Rahmen des sogenannten Köbner-Phänomens, bei dem es zum Entstehen einer typischen Psoriasis-Läsion durch Kratzen oder Stoßen kommt. Aus diesem Grund betrachten die US-Forscher die Schuppenflechte als eine Form von ungebremster Wundheilung.  
Im ersten Schritt der Studie konnten die Forscher zeigen, dass STAT3 bei 19 von 21 Patienten überaktiv ist. Daraufhin war es möglich, ein Mäusemodell zu konstruieren.
Durch Züchtung entstanden Mäuse, bei denen das Gen für STAT3 ins Genom eingebracht wurde und dauerhaft aktiv war. Nach der Geburt erschienen die Mäuse zunächst unauffällig. Doch im Alter von etwa zwei Wochen begann sich die Haut zuerst am Schwanz und dann auch am Rücken zu schuppen. Durch Biopsien konnte gezeigt werden, dass die Läsionen alle Kennzeichen der Psoriasis erfüllen. Außerdem lässt sich auch bei diesen Mäusen ein Koebner-Phänomen auslösen.
Jedoch kamen die Forscher bei ihren Versuchen ebenfalls zu dem Ergebniss, dass STAT3 allein nicht ausreicht, um die Läsionen zu provozieren. Wenn die Mäuse dermaßen modifiziert wurden, dass sie keine T-Zellen mehr bildeten, kam es auch nicht zur Entsteheung der Psoriasis. So hat die Erkrankung also ohne Zweifel auch eine immunologische Seite, was ja auch durch den erfolgreichen Einsatz von immunsupprimierenden Medikamenten gezeigt wird.  
Diese gewonnenen Erkentnisse weisen eventuell einen neuen Weg in der Therapie der Psoriasis. So war es möglich, mittels eines STAT3 inaktivierenden Oligopeptids die Läsionen zur Abheilung zu bringen.
Ob diese Ergebnisse nun direkt vom Tiermodell auf die humane Form der Erkrankung übertragen werden können, bleibt natürlich abzuwarten.
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-12/uotm-mda120904.php




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