Hohe Osteoporose-Prävalenz bei Zöliakie-Patienten
| Hohe Osteoporose-Prävalenz bei Zöliakie-Patienten |
| D.S. 22.03.2005 |
Bei der Zöliakie handelt es sich um eine autoimmun vermittelte Unverträglichkeit des Darmes gegenüber dem Getreidebestandteil Gluten. Über einen komplexen Entzündungsmechanismus der Darmoberfläche kommt es zu einer generalisierten Resorptionsstörung.
Diese wird allerdings häufig übersehen, da viele der Betroffenen über nur geringe Beschwerden wie niedriges Körpergewicht und eine leichte Diarrhö verfügen.
Durch die Störung der Resorption von Nahrungsbestandteilen kommt es jedoch zu einer Malabsorption unter anderem von Kalzium. Hierdurch kann ein Abbau des Knochens resultieren und in einer Osteoporose Osteoporose enden.
Zwar handelt es sich hierbei um eine seit langem bekannte Komplikation der Krankheit, doch haben neueste Studienergebnisse gezeigt, dass ihre Häufigkeit unterschätzt wurde.
Für die neue Studie unterzogen William Stenson und seine Mitarbeiter der Washington Universität in St. Louis / Missouri 266 Patienten, die in einer Osteoporose-Fachklinik behandelt wurden, einem relativ einfachen Screening-Test auf Zöliakie (Bestimmung der Anti-Transglutaminase-Antikörper (ATA) und Endomysiumantikörper (EMA)). Fiel dieser simple Test positiv aus, wurde die Diagnose der Zöliakie mittels einer Dünndarmbiopsie gesichert.
Bei den untersuchten Patienten konnte in neun Fällen (3,4 Prozent) eine Zöliakie diagnostiziert werden. In einer Kontrollgruppe ohne Osteoporose wurde hingegen nur bei 0,2 Prozent diese Diagnose gestellt. Dies entspricht ungefähr der erwarteten Zöliakie-Prävalenz in der Allgemeinbevölkerung.
Bei den Osteoporose-Patienten mit Zöliakie hing das Ausmaß der Knochendichteminderung mit dem Titer der Anti-Transglutaminase-Antikörper (ATA) zusammen, was als weiterer Beweis für den Zusammenhang gesehen werden kann.
Des Weiteren erholte sich die Knochendichte bei den Betroffenen durch die Therapie mit einer glutenfreien Ernährung schneller, als dies unter einer Standardtherapie der Osteoporose der Fall gewesen wäre.
Aufgrund der hohen Prävalenz von 3,4 Prozent sprechen sich die Forscher dafür aus, dass bei allen Osteoporose-Patienten Antikörpertests auf eine Zöliakie durchgeführt werden sollten. Bei einem histologisch bestätigten Ergebniss könne dann die Therapie in die richtige Bahn gelenkt werden.
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-02/wuso-pwo022805.php
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