Erhöhtes Risiko für Rheuma bei Rauchern mit genetischer Disposition
| Erhöhtes Risiko für Rheuma bei Rauchern mit genetischer Disposition |
| D.S. 19.10.2004 |
Das in der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis sowohl bestimmte genetische Merkmale, als auch Umweltfaktoren eine Rolle spielen, ist seit längerem bekannt.
So erhöhen bestimmte genetische Konstellationen (HLA-System der Zellen) das Risiko, an einer rheumatoiden Arthritis zu erkranken. Bis jetzt gelang es, mehrere solche prädisponierenden Faktoren zu identifizieren, die allesamt das Risiko für die Erkrankung an rheumatoider Arthritis steigern, jedoch nicht unmittelbar bedingen. Hierzu gehört auch das “Shared Epitope” (SE) im HLA-DRB1 Genotyp.
Forscher des Karolinska Instituts (Stockholm) untersuchten das Erbgut von 858 Patienten mit einer Rheumafaktor-positiven rheumatoiden Arthritis und verglichen es mit dem von 1048 nicht erkrankten Kontrollpersonen.
Wie erwartet fand sich SE-Gen in der Gruppe der Erkrankten 2,8fach häufiger als bei den gesunden Probanden.
Mehr ins Auge fiel allerdings der Befund, dass die in die Studie eingeschlossenen Raucher ein um den Faktor 2,4 erhöhter Risiko für eine Erkrankung an rheumatoider Arthritis hatten, auch wenn sie nicht Träger des SE-Gens waren.
Am verwunderlichsten ist jedoch das Ergebniss, dass SE-Gen-positive Raucher ein 7,5fach erhöhtes Risiko für eine rheumatoide Arthritis haben. Wenn die betroffenen Raucher für dieses Gen noch homozygot waren, erhöhte sich das Risiko sogar um den Faktor 15,7.
Diese erstaunlichen Ergebnisse zielen jedoch nur auf Personen mit einer Rheumafaktor-positiven rheumatoiden Arthritis ab, da sich bei Rheumafaktor-negativen Rheumatikern kein Zusammenhang zwischen der genetischen Konstellation, dem Rauchen und dem Erkrankungsrisiko finden ließ.
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2004-10/jws-sat093004.php
|
|