Serum-Transfer-Experiment weist auf Autoantikörper gegen ECM1 (hautspezifischen Protein) hin
| Serum-Transfer-Experiment weist auf Autoantikörper gegen ECM1 (hautspezifischen Protein) hin |
| 21.09.2004 |
Wissenschaftler der engl.LS-Forschungsgruppe (N.Oyama, I.Chan, S.M.Neill u.a.F. Wojnarowska) haben 2003 zirkulierende Autoantikörper gegen das hautspezifische Protein ECM1 (extracellular matrix protein 1) in LS gefunden.
N.Oyama vom Department of Immunofluorescence berichtet im LANCET über eine Studie, in der Autoantikörper gegen ECM1 signifikant präsent waren. Von der genetisch vererbbaren Lipoidproteinose ist eine Mutation in ECM1 bekannt.Patienten mit dieser Erkrankung weisen überlappende, sehr ähnliche Veränderungen wie bei LS auf. Die Wissenschaftler untersuchten das Serum-Autoantikörperprofil von 171 Patienten (86 mit LS, 85 gesunde zur Kontrolle). 64 von 86 waren (74%) positiv, in der Kontrollgruppe nur 6 von 85. Es wird vermutet,daß dieses ein Hinweis für die Autoimmunität von LS sein könnte.
I.Chan von der Genetic Skin Disease Group,St.John´s Institute of Dermatology, berichtet in einer Publikation über die Rolle, die ECM1 in der Dermis und der Epidermis spielt. ECM1 hat drei Varianten ECM1a, ECM1b, ECM1c. Es bindet Proteoglycans und ist der wichtigste Bindungspartner für Perlecan, welches wiederum Fibronektin, Laminin, Typ IV Kollagen, Fibulin 2, Dystroglycan, platelet-derived growth factor 7 und Fibrolast growth factor binding protein bindet. ECM1b des Proteins spielt eine Rolle bei der Keratinozytendifferenzierung. Die Unterbrechung dieser Kette durch Autoantikörper gegen ECM1 könnte für die histhopathologischen Abnormalitäten, die sich bei LS zeigen, verantwortlich sein.
N.Oyama beschreibt in der Publikation, Juni 2004, das von Ihnen entwickelte Elisa basierte Nachweisverfahren zur Auffindung der Autoantikörper gegen ECM1 in LS. In dieser Arbeit wird auch der bisher noch ausstehende passive Serum-Transfer dargestellt. 27 Mäusen wurde links und rechts ins Ohr eine Lösung (IgG) injiziert. Rechts mit einem von 6 LS-Patienten gewonnenen Substrat und links mit einem Substrat von gesunden Patienten. Injektionen wurden alle 4 Tage bis zu 24 Tage durchgeführt. Hautbiopsien wurden am Tage 0,4 und Tag 28 entnommen und mittels Lichtmikroskopie und Immunfluoreszenz untersucht. Es zeigte sich nur im rechten Ohr eine entzündliche Infiltration mit Ödem und dilatierten Blutgefäßen in der unteren mittleren Dermis. Die darüberliegende Dermis zeigte eine milde Acanthosis.
Diese Ergebnisse lassen bei den Autoren die Fragen aufkommen:
Sind die zirkulierenden Autoantikörper gegen ECM1 in LS ein primärer oder sekundärer pathogenetischer Defekt?
Liegt möglicherweise eine humorale Immun-Antwort gegen ECM1 dem LS zugrunde?
Und sie postulieren: Eine neue Sicht in diese möglichen Krankheitsmechanismen wird die Vorgehensweise in der Behandlung des LS beeinflussen!
Oyama N.,Chan I., Neill S.M.et al. 2003.
Autoantibodies to extracellular matrix protein 1 in lichen sclerosus.
Lancet.362:118-123
Chan I.2004.
The role of extracellular matrix protein 1 in human skin.
Clinical and Experimental Dermatology,29,52-56
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=15173881
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