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Plasmapherese bei schweren MS-Schüben
Plasmapherese bei schweren MS-Schüben
G.A.R. 18.02.2008
Wenn Patienten mit MS bei einem starken Schub auch hoch dosiertes Cortison nicht mehr hilft, kann ein Blutwäscheverfahren schlimme Folgen verhindern.  
Für ihre Arbeiten zu dieser Plasmapherese bei MS wurden Prof. Dr. Ralf Gold, Direktor der RUB-Neurologie im St. Josef Hospital, und sein Göttinger Kollege Prof. Dr. Wolfgang Brück am 1.2.2008 auf der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Deutschen Gesellschaft für Neurologische Intensivmedizin in Wiesbaden mit dem 5.000 Euro dotierten Hans-Georg Mertens Preis ausgezeichnet.  
Die Multiple Sklerose ist nicht heilbar, aber durch moderne Immuntherapie deutlich besser beeinflussbar als früher. Trotzdem treten immer noch akute Verschlechterungen- Schübe - auf. 90 Prozent der an Multipler Sklerose Erkrankten und meist jungen Patienten leiden unter der schubförmigen Verlaufsform. Ein Schub wird nach Ausschluss anderer Ursachen und bei schwerwiegender Beschwerdesymptomatik mit hoch dosierten Cortison-Präparaten behandelt. Was kann man aber tun, wenn die Wirkung von Cortison ausbleibt?  
In den letzten sieben Jahren haben sich Prof. Gold, damals an der Neurologischen Universitätsklinik Würzburg und später Leiter des MS Instituts in Göttingen und Prof. Brück, Direktor des Instituts für Neuropathologie an der Universität Göttingen, mit dieser Frage intensiv beschäftigt. An diagnostischen Biopsien von schwer verlaufenden Schüben hat Prof. Brück zeigen können, dass sich Ablagerungen von Antikörpern finden. Erfahrungsgemäß reagiert so eine Ablagerung nicht auf Cortison, aber auf Plasmapherese, die Eiweißstoffe und Entzündungsprodukte entfernt.  
"In verschiedenen, teils gemeinsamen Arbeiten konnten wir zeigen, dass bei rascher Durchführung der Plasmapherese, das heißt innerhalb von spätestens sechs Wochen nach Beginn des schweren Schubes, bis zu 70 Prozent der Patienten unter der Blutwäschebehandlung entweder völlig beschwerdefrei werden oder zumindest einen weitgehenden Rückgang ihrer Symptome erfahren", berichtete Prof. Gold.  
Seit August 2006 ist Prof. Gold an der Neurologischen Klinik des St. Josef Hospitals tätig, wo im Mittel drei Patienten mit schweren MS-Schüben monatlich durch Plasmapherese behandelt werden. Die Behandlung erfordert im allgemeinen einen Katheter in einer größeren Vene des Körpers und wird nur stationär durchgeführt. Bei ausschließlich schleichendem Krankheitsverlauf kommt die Behandlung nicht in Frage.  
Prof. Dr. Ralf Gold, Neurologische Klinik der Ruhr-Universität
Bochum im St. Josef-Hospital
ralf.gold@rub.de  
Quelle: Ruhr-Universität Bochum
http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2008/msg00033.htm




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