Kann demnächst ein Bluttest bei der Diagnose helfen?
| Kann demnächst ein Bluttest bei der Diagnose helfen? |
| G.A.R. 01.10.2007 |
Ein italienisch-deutsches Forscherteam hat eine Untergruppe von Suppressorzellen nachgewiesen, die bei Patienten mit Multipler Sklerose aus bisher noch unbekannten Gründen sehr stark verringert sind.
Diese Suppressorzellen tragen auf ihrer Oberfläche ein Merkmal, CD39 genannt, und bauen den Energieträger ATP ab, der von zerstörtem Gewebe freigesetzt wird. Auf diese Weise scheinen sie Entzündungen einzudämmen, welche im Verlauf der Erkrankung im zentralen Nervensystem entstehen.
Mit CD39 haben Dr. Giovanna Borsellino von der Fondazione Santa Lucia in Rom (Italien) und Dr. Olaf Rötzschke sowie Dr. Kirsten Falk vom Max-Delbrück-Centrum für Molekulare Medizin (MDC) Berlin-Buch zum ersten Mal einen zellulären Marker identifiziert, dessen Abwesenheit direkt mit der Entstehung der Krankheit in Verbindung gebracht werden kann. Wie sie in der Fachzeitschrift "Blood" berichten, könnte der Grad der Verringerung von CD39-Zellen dabei helfen, die Krankheit besser zu diagnostizieren.
Bisher wird die Erkrankung durch den Nachweis von Antikörpern in der Hirnflüssigkeit diagnostiziert oder mit Hilfe der Kernspintomographie. Erst kürzlich haben Wissenschaftler der Universität Heidelberg herausgefunden, dass Patienten mit Multipler Sklerose nicht genügend regulatorische T-Zellen nachbilden können, sodass die überschießende Abwehraktion des Immunsystems nur unzureichend gebremst wird. Weiter haben Forschergruppen in Europa und den USA zeigen können, dass zwei Gen-Veränderungen das MS-Risiko leicht erhöhen. Diese Gene enthalten die Bauanleitung für die Oberflächenmarker CD25 und CD127 auf regulatorischen T Zellen. Sie werden auch als Interleukin 2 bzw. Interleukin 7 bezeichnet und steuern die Aktivierung dieser Immunzellen.
Quelle:idw
Expression of ectonucleotidase CD39 by Foxp3 Treg cells: hydrolysis of extracellular ATP and immune suppression
Blood, 15 August 2007, 110, No. 4, pp. 1225-1232
http://bloodjournal.hematologylibrary.org/cgi/content/abstract/bloodjournal;110/4/1225
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