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Eine Blutuntersuchung zur Vorhersage der MS?
Eine Blutuntersuchung zur Vorhersage der MS?
24.06.2004
Bei den meisten Patienten mit Multipler Sklerose (MS) beginnt die Erkrankung mit einer plötzlich aufgetretenen neurologischen Symptomatik und mit Zeichen für eine nicht-infektiöse Entzündung des Zentralen Nervensystems (ZNS). Bei etwa zwei Drittel der Patienten in dieser Situation entwickelt sich später im Verlauf eine Multiple Sklerose, bei den übrigen Patienten bilden sich die Symptome zurück und es kommt nicht zu einem erneuten Auftreten von Entzündungsaktivität.

Eine österreichische Forschergruppe hat nun berichtet, dass ein einfacher Bluttest möglicherweise helfen könnte, vorherzusagen, ob eine Person mit einer einzelnen Episode spezifischer neurologischer Symptome später eine MS entwickeln wird oder nicht. Der Arzt Dr. Thomas Berger von der Universität Innsbruck und seine Kollegen haben im Blut von Patienten nach Antikörpern (bestimmte Proteine des Immunsystems) gesucht, die an Eiweißstoffe im ZNS binden und so möglicherweise zu einer Schädigung von Bestandteilen des ZNS führen können. Die Ergebnisse der Untersuchung wurden In der Juli – Ausgabe der angesehenen amerikanischen Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ (2003;349:139-45) berichtet.

In der Untersuchung wurde im Blut von 103 Patienten mit einer plötzlich aufgetretenen neurologischen Symptomatik, MS-typischen Zeichen in der Kernspintomographie und entzündlich verändertem Nervenwasser Antikörper gegen zwei ZNS-Proteine, Myelin Basisches Protein und Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein bestimmt. Neun von 39 Patienten (23%), bei denen diese Antikörper nicht nachweisbar waren, entwickelten weitere Schübe und die mittlere Zeit zwischen dem ersten Auftreten von Beschwerden und dem nächsten Schub war knapp vier Jahre. Im Gegensatz dazu entwickelten 21 von 22 Patienten (95%), bei denen diese Antikörper vorhanden waren, weitere Schübe mit einem mittleren Abstand von 7,5 Monaten zum ersten Ereignis.

Sollten sich diese Daten bestätigen, dann könnte der Nachweis von Antikörpern gegen Myelin Basisches Protein und Myelin Oligodendrozyten Glykoprotein möglicherweise dazu beitragen, bei Patienten mit einer plötzlichen Symptomatik und Zeichen für eine ZNS – Entzündung den frühen Übergang in eine MS vorherzusagen. Ob sich daraus Konsequenzen für die Behandlung der Patienten ergeben, bleibt abzuwarten. Der Test ist zur Zeit nicht kommerziell erhältlich.

Weitere Informationen finden Sie hier:
Link zur Information

Antimyelin antibodies as a predictor of clinically definite multiple sclerosis after a first demyelinating event.
Berger T, Rubner P, Schautzer F, Egg R, Ulmer H, Mayringer I, Dilitz E, Deisenhammer F, Reindl M.
N Engl J Med. 2003 Jul 10;349(2):139-45





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