Aktuelle Informationen zum Thema Autoimmun-Erkrankungen


Nils-Ilja-Richter-Preis des Jahres 2005/6 verliehen
Nils-Ilja-Richter-Preis des Jahres 2005/6 verliehen
28.05.2006
Hemmung der angeborenen Immunantwort als Therapieansatz für  Autoimmunerkrankungen

In einem feierlichen Akt wurde am 10. Mai 2006 zum fünften Mal der von der Deutschen Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V. (DGfAE) mit 10.000 Euro dotierte Nils-Ilja-Richter-Preis des Jahres 2006 in Kiel verliehen.  
Der Stifter des Preises und Vorstandsvorsitzende, Herr K. M. Richter, übergab den Preis an Herrn Dr. med. Eike Hollenbach (Zentrum für Innere Medizin, Universität Leipzig) für seine Arbeiten „Inhibition of p38 MAP kinase- and RICK/NF-B-signaling suppresses inflammatory bowel disease“ (FASEB J 2004; 18: 1550-2) und “Inhibition of RICK/NF-B and p38 signaling attenuates the inflammatory response in a murine model of Crohn’s disease (J Biol Chem 2005; 280: 14981-8). Er konnte das Signaleiweiss RICK identifizieren, durch dessen Hemmung die angeborene Immunantwort und damit die Entzündung in einem Tiermodell für Morbus Crohn blockiert werden konnte. Signalwege der angeborenen Immunantwort sind bei nahezu allen Organismen hochkonserviert und werden über Rezeptoren auf der Zellmembran oder im Zytoplasma vermittelt. Ziel der angeborenen Immunantwort ist die Abwehr von Bakterien über eine Entzündungsreaktion. Ist dieser Signalweg gestört, scheint eine autoimmune Erkrankung begünstigt zu werden.  
Autoimmunerkrankungen werden durch entzündliche Veränderungen im Körper durch Fehlregulationen des Immunsystems hervorgerufen. Sie treten in nahezu jedem Teilgebiet der Medizin auf. Bekannte Beispiele autoimmuner Erkrankungen sind chronisch entzündliche Hirn- und Darmerkrankungen (z.B. Multiple Sklerose, Morbus Crohn, Colitis ulcerosa) sowie viele Haut-, Leber- und Gelenkerkrankungen (z.B. die Schuppenflechte/Psoriasis, Lupus erythematodes, rheumatoide Arthritis, Autoimmunhepatitis). Allerdings verdichten sich die Hinweise, dass auch bei so häufigen Erkrankungen wie die Gefässverkalkung (Arteriosklerose) oder die Zahnfleischentzündung (Parodontitis) zumindest autoimmune Prozesse mit involviert sind. Trotz ähnlicher und teilweise identischer molekularer und pathophysiologischer Grundlagen findet die Erforschung der Erkrankungsabläufe und von therapeutischen Alternativen aufgesplittert ohne interdisziplinären Austausch zwischen den Medizinbereichen statt. So wurde beispielsweise erst nach jahrelanger Verzögerung ein hocheffektives Medikament für Morbus Crohn bei rheumatoider Arthritis eingesetzt. Die Gesellschaftsgründung und die Auslobung des Preises durch Herrn K. M. Richter soll diesem Prozess entgegen wirken und den interdisziplinären Austausch z.B. bei Symposien und Kongressen fördern. Zusätzlich soll der Wissenstransfer von den Grundlagenforschern zu den Klinikern beschleunigt werden. So erscheint es rückblickend nicht akzeptabel, dass z.B. ein Entzündungsblocker für Morbus Crohn und rheumatoider Arthritis erst nach 15 Jahren zur klinischen Testung gelangte.  
Kontakt:
Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V.
Herrn Dr. med. H. Hermeler
Schittenhelmstrasse 7
24105 Kiel
Tel.: 0431-5708125
Fax: 0431-5708127
e-Mail: buero@autoimmun.org
Weblink: www.autoimmun.org




© 2010 Deutsche Gesellschaft für Autoimmun-Erkrankungen e.V. [ Copyright im Impressum ]
Bitte beachten Sie unseren Haftungshinweis [ Haftungshinweis im Impressum]