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Inhalatives Insulin in der Behandlung des Typ-II-Diabetes
Inhalatives Insulin in der Behandlung des Typ-II-Diabetes
D.S. 04.01.2006
Über die Einführung eines inhalativen Insulins, dass die Applikation des kurzwikrsamen INsulins über einen Pen ersetzen soll wird bereits seit einiger Zeit in der Presse spekuliert. Im Frühjahr des Jahres stellte nun der Pharmakonzern Pfizer einen Zulassungsantrag für ein solches inhalatives Insulin sowohl bei der amerikanischen FDA, als auch bei der entsprechenden europäischen Institution, der EMEA.  
Besonders vielversprechend scheinen die Ergebnisse aus inzwischen veröffentlichten Studien für Typ-2-Diabetiker zu sein.
Zur Behandlung dieser Diabetes-Variante mit solch einem Wirkstoff liegen derzeit die Ergebnisse aus zwei Phase-3-Studien vor, die über zwei Jahren durchgeführt worden sind.
Für die Studien wurden 304 Typ-2-Diabetiker ausgewählt, von denen 158 ihre Erkankung mit oralen Antidiabetika behandelten und den postprandialen Insulinmehrbedarf mit einem inhalativen Insulin deckten. Die 146 Patienten der Vergleichsgruppe wurden auf konventionelle Art therapiert.
Zu Beginn des Beobachtungszeitraumes hatten die Patienten beider Gruppen einen durchschnittlichen HbA1c-Wert von 9,6 Prozent. Dieser konnte in der Gruppe der mit dem neuen inhalativen Medikament behandelten Probanden im Verlauf der Studie 7,7 Prozent gesenkt werden. In der Vergleichsgruppe gelang dies nur auf Werte von 8,1 Prozent.
Des weiteren wurde bei den Probanden die Hypoglykämierate beobachtet. Auch hier war die Gruppe mit dem inhalativen Insulin im Vorteil, da hier 0,12 EReignisse pro Person und Monat beobachtet wurden (im Vergleich zu 0,148 im konventionellen Arm).  
Als Hauptbedenken gegen den Einsatz eines über die Atemwege aplizierten Insulins gilt jedoch nicht das Hypoglykämierisiko, sondern potentielle Langzeitschäden an der Lunge, die durch eine mehrmals tägliche Inhalation von Eiweißmolekülen entstehen könnte.
In den hierzu bisher vorgestellten Daten lies sich jedoch keine signifikante Verschlechterung der Lungenwerte nachweisen. Jedoch gehen die gesammelten Daten nur über einen Beobachtungszeitraum von zwei Jahren, so dass hier echte Langzeitdaten noch fehlen.
Als weiteres Problem könnte sich in der Zukunft die in allen Studien aufgetretene Bildung von Insulin-Antikörpern erweisen. Sie habe aber in keiner der Studien die Wirkung des Insulins beeinträchtigt.  
Da sich durch das inhalative Insulin nur die postprandialen Blutzuckerspitzen kupieren lassen, wird es wohl für Typ-1-Diabetiker das Insulinspritzen nicht vollständig ablösen können, da diese immernoch auf das ebenfalls notwendige langwirksame Insulin angewiesen sind.
http://care.diabetesjournals.org/cgi/reprint/27/10/2356.pdf




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