Aminosäure im Tierexperiment bei der MS-Behandlung erfolgreich
| Aminosäure im Tierexperiment bei der MS-Behandlung erfolgreich |
| D.S. 14.12.2005 |
Ein Team aus deutschen und US-amerikanischen Forschern hat eine neue Studie zur tierexperimentellen Therapie der Multiplen Sklerose (MS) im Magazin Science vorgestellt.
Im Rahmen dieser Studie wurden Mäuse mit einer EAE (experimentelle autoimmune Enzenphalomyelitis), einem in der Forschung weit Verbreiteten Modell der MS, mit einem synthetischen Abbauprodukt von Tryptophan behandelt.
Bei Tryptophan handelt es sich um eine Aminosäure, die in nahezu allen Proteinen vorkommt. Frühere Studien legen die Vermutung nahe, dass es durch Abbauprodukte von Tryptophan zu einer Hemmung der T-Zell-Aktivierung kommen könnte und das sich so ein immunmodulatorischer Effekt einstellt.
Da bei der MS (wie auch bei der EAE) die Myelinscheiden der Nervenbahnen durch T-Zellen attackiert werden, kommt es zu einer Zerstörung der für die Geschwindigkeit der Nervenleitung wichtigen "Isolierschicht".
Die Mäuse wurden über einen Zeitraum von 49 Tagen mit der synthetisch hergestellten Abbauzwischenstufe von Tryptophan behandelt. Unter diesen regelmäßigen Infusionen kam es zu Remissionen, die deutlich ausgeprägter waren, als in der mitgelaufenen Kontrollgruppe.
Daneben sind die Forscher zu dem Schluss gekommen, dass die beeinflussten T-Lymphozyten sogar einen protektiven Einfluss auf die Myelinscheiden ausgeübt haben. So fanden sie in den Präparaten der behandelten Tiere Nervenzellen, die weitestgehend unbeeinträchtigt waren. Im Gegensatz dazu waren in den Gehirnen der Kontrolltiere ausgedehnte Zerstörungen sichtbar.
Da dies nur einen Hinweis auf die veränderte Tätigkeit der T-Zellen lieferte, transfundierten die Forscher in einem weiteren Experiment derartige Zellen anderen nicht mit Tryptophan behandelten Tieren. Auch bei diesen Mäusen war ein gewisser protektiver Wert dieser Therapie nachweisbar.
Inwieweit sich diese Daten auf die Therapie der MS bei Menschen auswirken werden, kann vom momentanen Standpunkt aus nur sehr schwer eingeschätzt werden. Der Weg, die Ergebnisse eines Tierexperimentes auf den Menschen zu übertragen, ist langwierig und wie die Vergangenheit gezeigt hat nicht immer von Erfolg gekrönt.
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/entrez/query.fcgi?cmd=Retrieve&db=pubmed&dopt=Abstract&list_uids=16272121&query_hl=9
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