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Kein erhöhtes MS-Risiko durch orale Kontrazeptiva
Kein erhöhtes MS-Risiko durch orale Kontrazeptiva
D.S. 17.10.2005
Die Ätiologie der zu den Autoimmun-Erkrankungen gehörende multiple Sklerose (MS) ist bis heute nicht zufriedenstellend geklärt.
Ein Einfluss von weiblichen Geschlechtshormonen bei der Pathogenese wird bereits seit längerem diskutiert, da Frauen ein etwa doppelt so hohes Erkrankungsrisiko haben wie Männer. Einige Fachleute raten Frauen in deren Familie sich ein erhöhtes Risiko für das Erkranken an MS findet davon ab, orale Kontrazeptiva zu verwenden, um nicht unnötig in den weiblichen Hormonhaushalt einzugreifen.  
Laut den nun vorgelegten Ergebnissen einer Fall-Kontroll-Studie der Harvard School of Public Health in Boston besteht hierzu jedoch kein Anlass. Im Rahmen der Studie wurden 106 MS-Patientinnen mit einem Erkrankuingszeitpunkt von im Alter unter 50 Jahren mit einer entsprechenden Kontrollgruppe von 1001 nicht erkrankten Frauen verglichen.
Als Ergebnisse präsentieren sich interessante Zahlen. Da die an einer MS erkrankten Patientinnen in dem Zeitraum von drei Jahren vor Erkrankungsbeginn seltener als die Probandinnen der Kontrollgruppe orale Kontrazeptova angewendet hatten, errechneten die Epidemiologen erstaunlicherweise eine um 40 Prozent niedrigere Inzidenz für das Auftreten einer MS bei Einnahme der "Pille".
Da aber zum einen eine Fall-Kontroll-Studie für das Erbringen solch eines Beweises ungeeignet ist und da das 95-Prozent-Konfidenzintervall von 0,4 bis 1,0 betrug (damit ist die Assoziation nur grenzwertig signifikant), lässt die Studie nicht den verlockenden Schluss zu, dass die Pille vor einer MS schützt.  
Die Studie kann aber trotz dieser Schwächen mit Sicherheit dazu beitragen, die Befürchtungen und Ängste weiblicher Verwandter von MS-Patientinnen zu zerstreuen, die befürchten, aufgrund der EInnahme von oralen Kontrazeptiva die Auslösung einer genetisch determinierten MS zu triggern.
http://archneur.ama-assn.org/cgi/content/short/62/9/1362




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