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Gentherapie bei rheumatoider Arthritis
Gentherapie bei rheumatoider Arthritis
D.S. 23.08.2005
In einer Publikation der "US-Proceedings of the National Academy of Sciences" wird eine Studie zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis mittels einer Gentherapie veröffentlicht, die bereits in den Jahren 1996 bis 1999 stattfand.  
Bei dieser Phase-I-Studie erhielten neun Patienten Injektionen mit gentechnisch veränderten Synovialzellen in von der rheumatoiden Arthritis befallene Fingergrundgelenke.
Durch eine genetische Manipulation stellen die zuvor den Patienten mittels Biopsie entnommenen Zellen einen Antagonisten gegen den Entzündungsmediator Interleukin 1 (IL1) her. IL1 spielt in der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis eine zentrale Rolle, indem es im Rahmen der hierbei stattfindenden Prozesse an einen bestimmten Rezeptor auf Immunzellen bindet und so über eine Freisetzung von Zytokinen die Entzündungsreaktion fördert. Wird die Freisetzung von IL1 verhindert, lässt sich somit auch die Entzündung verhindern.  
Um das Gen für den IL-1 Rezeptorantagonisten (IL-1 Ra) in normale Synovialzellen einzubringen, bedienten sich die Forscher des Virusvektors „Maloney Murine Leukemia Virus”. Dieser Virus wurde in der Vergangenheit bereits bei Gentherapie-Studien des Institute Pasteur in Paris eingesetzt. Hierbei war es bei mehreren Probanden zur Auslösung von Leukämien gekommen. Nach Ansicht der US-amerikanischen Forscher bestand diese Gefahr bei den Rheumatikern jedoch nicht, da die Patienten der französischen Studie an einem angeborenen Immundefekt litten und somit für die Auslösung einer Leukämie ganz anders prädisponiert waren.
Nichts desto trotz wurde die Studie für einen (nun verstrichenen) Beobachtungszeitraum von 5 Jahren unterbrochen, in dem keiner der Probanden an einer Leukämie erkrankte.  
Für die Studie wurden den neun teilnehmenden Patienten die gentechnisch veränderten Zellen in Fingergrundgelenke injiziert während zwei weitere als Kontrolle dienten. Eine Woche nach der Injektion wurden den Probanden alle Fingergrundgelenke entfernt und durch Prothesen ersetzt. Diese Operation war bei allen Probanden von vornherein unabhängig von der Studie geplant gewesen.
Das Ziel der Studie bestand letztendlich darin, die Sicherheit und Verträglichkeit der Behandlung zu überprüfen und herauszufinden, ob die veränderten Synovialzellen überhaupt den IL1- Ra freisetzen. Da die Froscher mittels einer PCR-Reaktion (Polymerasekettenreaktion) das exprimierende Gen in den entnommenen Gelenken nachweisen konnten, scheint dies geglückt zu sein.  
In dem nun stattgefundenen Follow-up wurden die Probanden daraufhin untersucht, ob sich die Implantation der modifizierten Zellen in irgendeiner Art und Weise negativ auf die Patienten ausgewirkt haben könnte. Da dies nicht der Fall ist, scheint die angewendete Methode sicher zu sein.
Da es sich bei der rheumatoiden Arthritis um keine lebensbedrohliche Erkrankung handelt, werden bei solch einer Studie derart hohe Anforderungen an die Sicherheit gestellt. Dies kann dann aber dazu führen, dass bei Abschluss der Studie diese vom inzwischen sich entwickelten Fortschritt überholt wird. So gibt es inzwischen deutlich efizientere Möglichkeiten, die IL-1 Ra-Gene in Synovialzellen zu integrieren als sich eines derartigen Virusverktiors zu bedienen.
http://www.eurekalert.org/pub_releases/2005-06/uopm-row060205.php




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