Forscher des Scripps Institue in Kolifornien (USA) haben eine These vorgestellt, die die derzeitig gültigen Vorstellungen über die Entstehungsmechanismen von Autoimmunerkrankungen in Frage stellt.
Im Tierexperiment an sogenannten NOD-Mäusen (Mäuse mit einem genetische Defekt, der dafür sorgt, dass es zu einer übermäßigen Produktion von T-Zellen kommt). Diese T-Zellen richten sich dann gegen die ß-Zellen der Bauchspeicheldrüse, so dass ein Diabetes mellitus Typ I ausgelöst wird.) stellten sie fest, dass die Autoimmunreaktion gegen die Insulin produzierenden Zellen ausbleibt, wenn die Mäuse vorher Kontakt mit Bestandteilen (CFA) von Bakterienwänden hatten. Anscheinend haben die überzähligen T-Zellen so ein neues Ziel zugewiesen bekommen.
Aus diesem Tierexperiment und aus der Tatsache, dass Autoimmunerkrankungen in den westlichen Ländern stetig auf dem Vormarsch sind, während ihre Inzidenz in den Ländern der dritten Welt konstant niedrig bleibt, leiten Professor Nora Sarvetnick und seine Mitarbeiter eine Art von Hygienehypothese ab, wie sie auch schon bei dem Entstehungsmechanismus von Allergien bekannt ist. Durch einen Rückgang von bakteriellen Infektionen in den Industrienationen soll es zu einer Unterbeschäftigung des Immunsystems kommen, so dass sich die Abwehrzellen dann neue, körpereigene Ziele suchen.
Ob die Ergebnisse auf den Menschen übertragbar sind, ist bis jetzt noch nicht geklärt.
Quelle:
Pressemitteilung der Scripps Research Institute
vom 15.04.2004
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