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Monoklonale Anitikörper in der Therapie der Colitis ulcerosa
Monoklonale Anitikörper in der Therapie der Colitis ulcerosa
D.S. 07.07.2005
Kanadische Forscher vom Roberts Research Institute in London (Ontario) stellten eine Studie vor, in der Patienten mit Colitis ulcerose mit dem monoklonalen Antikörper NLN2 behandelt wurden.  
Hinter der Bezeichnung NLN2 verbirgt sich ein monoklonaler Antikörper, der an ein bestimmtes Oberflächenmerkmal (Integrin) auf Lymphozyten bindet. Dadurch wird diesen Zellen, die eine gewichtige Rolle bei Entzündungsreaktionen spielen, der Durchtritt von den Blutgefäßen in das umliegende Gewebe verwehrt. Da sich bei der Colitis ulcerose eine Entzündung im Körper abspielt, die diesem mehr schadet als nützt, kommt den Integrinen somit eine antientzündliche Wirkung zu. Da das NLN2 eine besonders hohe Affinität zu den Lymphozyten im Gastrointestinaltrakt haben soll, liegt eine Verwendung bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nahe.
Daher wurde ein ähnliche Antikörper (MLN02) schon vor einigen Jahren bei Patienten mit Morbus Crohn in einer Studie eingesetzt, wobei jedoch keine signifikante Verbesserung erziehlt werden konnte.  
Nun stellte die Arbeitsgruppe um Brian Feagan eine Studie vor, in der der Effekt von NLN2 auf Patienten mit einer Colitis ulcerosa untersucht wurde.
Insgesamt wurden 181 Patienten mit einer mäßig aktiven Colitis ulcerosa in die Studie eingeschlossen, von denen 82 Prozent nicht auf eine Therapie mit Mesalazin angesprochen hatten. Die Probanden wurden entweder mit einer Dosis von 0,5 mg/kg NLN2, 2,0 mg/kg oder mit einem Placebo behandelt. Als Endpunkt der Studie wurde eine definierte klinische Remission, sowie die Abwesenheit von rektalen Blutungen zu Grunde gelegt.
Die Ergebnisse können sich sehen lassen. In der Gruppe, die die höhere Dosierung erhalten hatte, fand sich eine Remissionsrate von 33 Prozent, in der niedrigeren Dosierung von 32 Prozent. In der Placebogruppe hingegen, fand sich ledigliche bei 14 Prozent der Patienten eine relevante Remission. Auch in der endoskopischen Kontrolle fanden sich in den Verumgruppen höhere Remissionsraten (interessanterweise 28 Prozent in der niedrigen Dosis gegen zwölf Prozent bei der höheren Dosierung) als in dem Placeboarm der Studie (acht Prozent).  
Aufgrund dieser Ergebnisse wird die Studie von den Autoren als Erfolg gewertet. Eventuell könnte NLN2 eine weitere Therapieoption darstellen und damit eine Alternative zur herkömmlichen Steroidtherapie sein.
Obwohl die Verträglichkeit des Antikörpers bei den Probanden gut war, können derzeit noch keine Aussagen über die langfristige Sicherheit dieser Behandlung gemacht werden, da die Therapiedauer im Rahmen der Studie auf sechs Wochen begrenzt war. Hier müssen noch weitere Studien folgen.
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